Bergtouren im Lechquellengebirge

Sonntag 28. Juli

Nach einer nächtlichen Gewitterfront  zeigte sich das Wetter an diesem Morgen nicht besonders bergfreundlich. Trotzdem starteten 12 Teilnehmer (8 Frauen und 4 Männer) Richtung Bregenzerwald. Etwa 5 Km nach Schoppernau war man am Ausgangspunkt der Tour angelangt. Die umliegenden Berge waren wolkenverhangen, aber momentan regnete es nicht.
Über die Oberschatzbachalpe und das Glattjöchl führte uns der Weg zur Biberacher Hütte am Schadonapass. Nach einer ersten Rast auf der knapp 1300 Meter hoch gelegenen Schatzbachalpe (bis hierher Teersträßchen ) wanderten wir zunächst auf einem Schottersträßchen weiter bergauf. Kurz darauf ging der Weg über in einen Wanderweg, der an diesem Morgen noch sehr nass und glitschig war. Nach einer weiteren Pause im Nebel unterhalb des Glattjöchels fing es an zu regnen. Auf lehmigen, schmierigen Wegen waren die 250 Hm Abstieg zur Biberacher Hütte der reinste Eiertanz. Wohlbehalten, alle etwas durchnässt, zum Teil mit sehr schmutzigen Hosen erreichten alle die Hütte. Der leistungstarke Trockenraum  war an diesem Nachmittag sehr gefragt.

Montag 29. Juli

Die ganze Nacht hatte es in Strömen geregnet. Erst gegen 8 Uhr morgens ließ der Regen nach, und die Wolken lichteten sich. Nach ausgiebigem Frühstück konnte um 9 Uhr gestartet werden. Laut Wetterbericht sollte das Wetter nur noch besser werden. Auf sehr nassen und schmutzigen Pfaden führte uns der Weg hinauf zum Braunarlfürggele auf 20145 Metern. Auf felsigen, schotterigen Wegen, über teilweise versicherte Steilstufen, ausgesetzte Bänder und mehrere Schneefelder erreichten wir gegen 13.00 Uhr den Gipfel der Braunarlspitze (2649 m). Leider war die Aussicht in die weitere Umgebung durch das Nebelgrau stark beeinträchtigt. Nach kurzer Gipfelrast und obligatorischem Gipfelfoto ging es an den Abstieg Richtung Göppinger Hütte. Über heikles steiles Felsgelände wurde nach ca. 45 Minuten der Wanderweg zur Göppinger Hütte erreicht. Auf einem Geländerücken neben einem großen Schneefeld wurde eine letzte Pause bei herrlichem Sonnenschein eingelegt. Gegen 15.00 Uhr erreichten alle wohlbehalten die Göppinger Hütte. Den restlichen Nachmittag verbrachte man mit Relaxen vor und in der Hütte . Nur die drei  fittesten der Gruppe unternahmen noch eine Besteigung der nahegelegenen  Hochlichtspitze mit 2600 Metern. Zum Abendessen waren wieder alle beisammen in der gemütlichen Hüttenstube. Mit Gemeinschaftsspiele verbrachte man die Zeit bis zur Hüttenruhe.

Dienstag 30. Juli

Mit einem Nebelmeer im Tal und darüber herrlichstem Sonnenschein zeigte sich der neue Tag. Der östliche Johanneskopf war an diesem Morgen das Ziel der Gruppe. Auf dem E 4  Richtung  Freiburger Hütte näherten wir uns mit angenehmer Steigung dem Berg. Auf der Westseite fanden wir den Aufstieg zum Westgrat des Östlichen Johanneskopfes. Etwas spärlich markiert durch wenige Steinmännchen gelangten wir zum Einstieg des Grates. Dabei konnten wir fünf Steinböcke beobachten, wie sie unbeschwert  im II. Grad durch die Ostwand des westlichen Johanneskopfes kletterten. Mit leichter Kletterei, später wieder im Gehgelände erreichten wir den 2508 Meter hohen Gipfel in der vorgegebenen Zeit von 90 Minuten. Laut Gipfelbuch waren wir die Ersten in diesem Jahr auf diesem Gipfel. Bei herrlichstem Wetter, bester Aussicht und bester Stimmung genoß man die Gipfelpause. Der Abstieg  und der Rückweg zur Hütte war nun ein Leichtes.
Mit einer gemütlichen Vesperpause verbrachte man die Zeit bis zum Talabstieg im Sonnenschein vor der Hütte. Der Abstiegsweg führte uns hinunter zum Fahrsträßchen, das von Lech zum Formarinsee führt. Nach gut  90 Minuten erreichten wie das Untere Älpele. Hier warteten wir noch bei einem kühlen Getränk auf den Bus, der pünktlich um 14.00 Uhr kam. Im Freiluftoberdeck eines Panoramabusses erreichten wir bequem den mondänen Wintersportort Lech, wo auch jetzt im Sommer einiges los war. 40 Minuten später saßen wir alle im Linienbus nach Schoppernau. Mit tollem Blick auf Biberkopf, Karhorn,  Mohnenfluh und Widderstein führte die Straße über den Hochtannbergpass. Beste Sicht auf die Braunarlspitze hatte man nochmal bei der Abfahrt nach Schröcken. Kurz nach Hinterhopfreben  war unser Ausgangspunkt erreicht. Direkt bei unseren Autos konnten wir aussteigen.
Mit einem kühlenden Fußbad in der Bregenzer Ache wurde diese interessante und abwechslungsreiche  Dreittagestour beendet. Nach herzlicher Verabschiedung traten alle die Heimreise an.

Bericht: Siggi Wehrle
Bilder: Benno Hagel, Irma Wehrle

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Klettern in den Dolomiten

Freitag 5.00 Uhr fuhren wir zu sechst mit Bernds tollem VW Bus in die Dolomiten. Der Wetterbericht versprach eigentlich nichts Gutes. Gewitter am Nachmittag, und das an jeden Tag. Es wurde deshalb geplant, eine kürzere Mehrseiltour mit kurzem Zustieg und auch Abstieg zu unternehmen. Wir fuhren hinauf zum Sellajoch, und die Entscheidung fiel auf die Stegerkante an der Westkante des ersten Sella-Turms. Eine Modetour im unteren V. Grad mit 7 Seillängen.

Grandios war  die Landschaft um uns herum. Der mächtige Langkofel, die vier Sella-Türme, sowie das ganze Sellamassiv bei noch sonnigem blauen Himmel – einfach wie im Bilderbuch. Der Zustieg war schließlich sehr kurz. In 30 Minuten standen wir am Einstieg. In drei Seilschaften stiegen wir die ersten leichten Seillängen, immer den Speckspuren nach, da es in den Dolomiten sowieso fast keine Zwischenhaken zur Orientierung gibt. Die Schlüsselstellen waren dann doch noch für einige eine kleine Herausforderungen, da sie zum Teil blank poliert waren. Wir erreichten schließlich den Gipfel, und die ersten Gewitter hatten uns voll im Griff. Es fing an zu regnen vermischt mit Hagel. Schnell fanden wir den Abstieg und kletterten in voller Konzentration das zum Teil sehr rutschige Dreier-Gelände hinab zum Sellajoch. Es war trotzdem für alle eine sehr schöne Genusstour.

Unsere Unterkunft befand sich in St. Christina. Eine wunderbare Ferienwohnung mit Blick auf den Langkofel. In einer gemütlichen Pizzeria in Wolkenstein planten wir dann das nächste Ziel.

Für Samstag meldete der  Wetterbericht schon ab 12.00 Uhr erneute Gewitter. Es gibt direkt unter dem mächtigen Langkofel – Massiv die Steinerne Stadt. Unzählige Felsblöcke bis zu 40 m hoch und als Klettergarten eingerichtet. Anfangs irrten wir ein wenig ziellos in dem Felsenlabyrint herum, doch dann fanden wir schließlich einen Sektor, wo es für jeden seine Traumtour gab. Für Rolf und Bernd war wohl der Versuch an der ersten Tour eine Nummer zu groß. Vermutlich im oberen VII. Grad kämpften sie sich tapfer hoch. Die Klettereien an den  Dolomiten Felsen waren perfekt, und das Wetter war bis 13.00 Uhr sonnig und trocken. Nach einer Kaffeepause hatte uns der Regen wieder erreicht, und so genossen wir noch gemütliche Stunden in unserer Wohnung bzw.  beim gemütlichen Essen in St. Christina.

Am Sonntagmorgen zwang uns das Wetter zur Heimfahrt. Zwischen Südtirol und Fernpass war es noch ein weiter Weg, und so gaben wir die Hoffnung noch nicht auf. In Innsbruck angekommen, entschlossen wir uns, noch am Zirlerberg , der direkt auf dem Weg lag, vorbeizuschauen. Die Sonne kam zum Vorschein, und es war trocken. Direkt vor der Martinswand, einem ganz bekannten Klettergarten, konnten wir parken, so dass war der Zustieg in nur 2 Minuten erreicht war. Wir waren nicht alleine, so bekamen wir von den freundlichen einheimischen Gebietskenner Infos über die tollen Routen an den verschiedenen Sektoren. Es hatte sich gelohnt, und so konnten wir noch ein paar Touren klettern. Doch dann kam wieder der Regen, und so packten wir unsere Ausrüstung zusammen und fuhren schließlich mit zufriedenen Gesichter nach Hause.

Bericht: Harry
Bilder: Harry und Steffen

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Rottachsee und Rukatstobel

Ein heißer Tag erwartete die 15 Teilnehmer*innen bei ihrer Wanderung im Oberallgäu. Bei Temperaturen über 30 °C, die zum Glück durch einen leichten Wind gemildert wurden, waren die Wanderer an jedem Schattenplatz froh, und die Aufforderungen zur Trinkpause von Tourenleiter Karl Grauer wurden immer gerne befolgt.
Los ging es in der Ortsmitte von Vorderburg am Fuß des Rottachberges. Nach kurzem Marsch entlang der Straße wanderte die Gruppe in Großdorf durch die Allgäuer Wiesenlandschaft hinauf zu den bewaldeten Anhöhen, wo sie unweit der Ruine Vorderburg die Alte Salzstraße erreichte. Auf diesem alten Handelsweg wurde im Mittelalter das wertvolle Salz von Bad Reichenhall zum Bodensee transportiert. Nach einem weglosen Wiesenstück erreichte man den „Kuhsteg“ über die Rottach und bewältigte den heißen Anstieg hinauf nach Riedis. Hier war die Dorfkirche St. Katharina einen Besuch wert – nicht nur wegen der Kühle im sehenswerten Gotteshaus.
Auf aussichtsreicher Teerstraße gelangte man zum Rottachsee. Er wurde in den 80er Jahren gebaut, hat eine Länge von 4,8 km, einen Umfang von 12,8 km und einer Fläche von 296 Hektar. Er dient dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung von Iller und Donau und der Stromerzeugung aus Wasserkraft. Zu diesem Zweck wird im Wasserkraftwerk eine Turbine mit einer Leistung von 480 kW betrieben. Die Anlage erzeugt etwa 1,6 Mio. kWh pro Jahr. Die Talsperre hat einen 38 m hohen und 190 m langen Erddamm. Am Ufer des Sees fand sich ein schattiger Platz für die Mittagspause, die von unserem Sanitäter August auch genutzt wurde, um Puls und Blutdruck der Teilnehmerinnen zu messen.
Das folgende Wegstück am See entlang und durch den wenig spektakulären Rukatstobel konnte man im Schatten zurücklegen, dann ging es in der prallen Sonne hinauf zu den Weilern von Vorder-, Mittel- und Hinterholz. Von Acker folgte man dem schmalen Sträßchen zum Wasserfall, wo es nochmals eine längere, schattige Pause gab. Nach dieser Erholung wurde dann auch der Weg zurück nach Vorderburg ohne Probleme bewältigt.
Die obligatorische Einkehr zu Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken gab es bei der Heimfahrt im Sulzberger Hof, wo vor allem die Kuchenauswahl des Tourenführers großen Anklang fand.

Bericht + Bilder: Konne

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Rundtour auf der Albhochfläche

Es versprach ein heißer Sonntag zu werden: allerdings hing drohend in Richtung Geislingen eine dicke, schwarze Wolke. Das hat aber die wettererprobten Senioren nicht davon abhalten können, Richtung Türkheim oberhalb des Geislinger Talkessel aufzubrechen.
Beim Aussteigen aus dem klimatisierten Auto, merkte man erst wie heiß es die letzten Tag wieder geworden war und freute sich, dass die Wanderungen im Halbschatten mit schönen Ausblicken auf die Albhochfläche begann. Die Gerste ist bereits reif zum Ernten und auch der Dinkel dürfte nicht mehr allzu lange brauchen.

Bald hatten wir den Aussichtspunkt um Ostlandkreuz erreicht, welches von denSüdmährern zum Gedenken an die Toten und Vertriebenen des Zweiten Weltkriegs errichtet wurde. Vor uns lag die Fünf-Täler-Stadt wie eine Modelleisenbahn Anlage. Der ICE und auch eine Regionalbahn ließen nicht lange auf sich warten, und so wurde selbstverständlich über die Eisenbahn und die mutige Streckenführung über die Geislinger Steige vor mehr als 150 Jahren diskutiert. Nur schwer kann man sich von diesem grandiosen Ausblick losreißen, um zum nächsten „Highlight“ der Wanderung, dem Kahlenstein mit Ausblick nach Bad Überkingen weiterzugehen.

Die gesamte Wanderstrecke verläuft fast eben im Schatten oder Halbschatten entlang des Albtraufs oberhalb von Geislingen und Bad Überkingen. Sie ist daher bestens auch für heiße Sommertage geeignet. In einem weiten Bogen erreichten wir nach ca. 4 Stunden den Parkplatz.

Bei der freundlichen Wirtin in Böttingen im Gasthaus „Berg“ ließen wir den schönen Sonntagnachmittag ausklingen.

Bericht: Ingrid Scheib
Bilder: Breigitte Müller, Peter Kolb, Manfred Strauß

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Familienwochenende im Bergheim Missen

Bereits zum fünften Mal bot die Familiengruppe in diesem Jahr die Sommerausfahrt ins Bergheim Missen an und sechs Familien wollten sich diesen Programmpunkt nicht entgehen lassen. Da für den Samstag warmes Sommerwetter vorhergesagt war, wurden schon früh die Rucksäcke gepackt. Nach kurzer Fahrt machten sich die 9 Kinder und 11 Erwachsenen von Konstanzer bei Thalkirchdorf auf den Weg zum Klammen.

Der Weg führte zunächst von Osterdorf über einen Nagelfluhkamm oberhalb des Tobels zum Osterdorfer Wasserfall. Nach einem kurzen Abstecher zum Fuße des Wasserfalls ging es weiter an die Wasserfallkante, von welcher einige mutige den Blick die etwa 40 m hinab in die Tiefe wagten. Nachdem noch ein wenig der Weg im schattigen Wald genossen werden konnte, ging es bald durch Bergwiesen hinauf zur Sennalpe Kuhschwand. Kurz nach der Alpe führte uns dann der Weg aber wieder schön gleichmäßig ansteigend bis zum Höhenrücken des Klammen durch den Bergwald. Die letzten Meter bis zur verfallenen Melkhütte hatten wir dann freie Sicht auf die umliegenden Berge, wie die Nagelfuhkette auf der einen und die Salmaser Höhe auf der anderen Seite. Nach ausgiebiger Rast inklusive Gipfelschocki für alle machten wir uns wieder an den Abstieg. Dieser führte uns zunächst in den Sattel zwischen Klammen und Denneberg von wo wir den Weg hinab zur Unteren Klammalpe einschlugen. Von dort war es schließlich nicht mehr weit bis zur Sennalpe Kuhschwand, bei welcher die durstigen Kehlen mit kühlen Getränken erfrischt wurden. Auch das letzte Stück hinab nach Osterdorf und schließlich zum Ausgangspunkt nach Konstanzer wurde von allen trotz steigender Temperaturen bravourös gemeistert, so dass alle erschöpft aber glücklich mit vielen schönen Eindrücken zur Hütte zurückfuhren.

Wie es inzwischen auch schon Tradition ist, gab es am Abend wieder ein großes Spaghettiessen, welches sich alle nach der langen Tour redlich verdient hatten. Nach dem Essen wurden die Erwachsenen von den Kindern noch mit einer spontan eingeübten Zirkusvorführung überrascht, welche für viel Erheiterung und Beifall sorgte.

Der Sonntag weckte uns dann im Gegensatz zum Vortag zunächst einmal mit Regen. Da die Hoffnung aber bekanntlich zuletzt stirbt, ließen wir uns dadurch nicht aus der Ruhe bringen, sondern genossen erst einmal gemütlich das gemeinsame Frühstück. In der Zwischenzeit hatte es dann tatsächlich aufgehört zu regnen und so machten wir uns schnell ans Packen und Aufräumen um wenigstens noch eine kleine Wanderung durchführen zu können. Leider entschied Petrus aber just in dem Moment als wir die Hütte verlassen wollten die Schleusen nochmals komplett zu öffnen und uns zum Abschied von Missen einen kräftigen Schauer zu schicken. Also entschlossen wir uns kurzerhand zu einer Programmänderung und fuhren nach Kempten ins Alpinmuseum, in welchem bei einigen Erwachsenen aufgrund der ausgestellten Exponate Erinnerungen an die eigene Kindheit und die ersten Skifahrversuche wach wurden.

Auch wenn der Sonntag wandertechnisch ins Wasser fiel, waren sich alle einig, dass es mal wieder ein schönes Wochenende im Allgäu war und es auf jeden Fall eine Fortsetzung der Sommerausfahrt im nächsten Jahr geben soll.

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Über das Gottesackerplateau

Immer wieder lohnend ist die Tour über das Gottesackerplateau am Fuß des Hohen Ifen. Das dachten sich auch die 19 Senioren/innen, die bei besten Wetterprognosen die Fahrt zur Auenhütte am Ende des Schwarzwassertales bei Riezlern antraten. Sie wurden nicht enttäuscht, denn die riesige Karstfläche bot eine spannende Wanderung durch bizarr geformte Felsformationen, schöne Ausblicke auf die Gipfel der Allgäuer Alpen und des Lechquellengebirges sowie eine überraschend vielfältige Pflanzenwelt inmitten einer lebensfeindlichen Felswildnis.

Nach der Fahrt mit der Kabinenbahn begann die Wanderung an der Ifenhütte mit dem steilen Aufstieg hinauf zum „Bergadler“. Urlaubszeit und schönes Wetter hatten noch viele andere Wanderer hierher gelockt, so dass sich eine lange Schlange über den steilen, steinigen Pfad nach oben kämpfte. Zum Glück bogen dann die meisten in Richtung Hoher Ifen ab und der Strom in Richtung Gottesackerplateau wurde deutlich schwächer.
Nach gut einer Stunde wurde die Seilbahnstation auf am „Bergadler“ erreicht, und es öffnete sich der Blick über die weite Fläche des Gottesackerplateaus, auf dem immer noch überraschend viel Schnee lag. So startete die Überquerung mit einem großen Schneefeld, wobei sich eine ganze Reihe von zunächst verunsicherten Wanderern an unsere Gruppe „anhängte“, um den richtigen Weg zu finden.
Vorbei an unzähligen Löchern, Klüften, Spalten, über schmale Felsrippen und immer wieder über Schneefelder führte die Wanderung durch das Karstgebiet. Dabei beeindruckte neben der Formenvielfalt vor allem auch die Alpenflora, die in dieser kargen Landschaft immer wieder ein Fleckchen erobert hatte. So erreichten wir schließlich die verfallene Gottesackeralm, die das Ende des „Unteren Gottesackerplateau“ darstellt. Hier begann der lange, mühsame Abstieg hinunter ins Kürental, der nochmals volle Aufmerksamkeit verlangte. Am Weg lag dabei nahe der Schneiderküren Alpe ein Jägerlager aus der Steinzeit, das 1999 entdeckt und ausgegraben wurde.
Nach dem anstrengenden Abstieg bot das Alpenhotel Küren eine willkommene Gelegenheit, sich zu erholen. Erst nachdem Kaffee und Kuchen genossen waren, wurden noch die letzten Meter zur Auenhütte bewältigt und die Heimfahrt angetreten.

Bericht + Bilder: Konne

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Zwischen Harthausen und Ermingen

Am Mittwoch, den 10.07.2019 hatten wir, 15 Ulmer Senioren viel Glück mit dem Wanderwetter. Es war nicht mehr so heiß wie in den vorherigen Tagen, und der Regen kam erst am Donnerstag!

Wir erkundeten das geschichtsträchtige Gebiet nördlich Harthausen und Ermingen. Zuerst wanderten wir von der Kirche Harthausen durch erntereife Felder in den Wald, wo Städtisches und Staatsgebiet aufeinandertreffen. Im Detail wurde auf die historischen Marksteine an der Grenze zwischen den ehemals reichsritterschaftlichen Territorien Arnegg und Klingenstein hingewiesen.
Nach gut einer Stunde erreichten wir unseren nördlichsten Punkt. Die drei Mammutbäume ( Sequoiadendron giganteum) wurden 1866 gepflanzt. Sie erreichen in ihrer Heimat Kalifornien eine Höhe von 100 m, die Borke wird bis 60 cm dick. Auch erwähnenswert: etwas nördlicher findet man im Gewann Schanzgrubenhau eine keltische Viereckschanze!

Im gesamten führte unsere 8 km Strecke durch 9 Flure:
Moiägg´r, Eschle, Am Binz´lfenger Waald, Schanzgruabahao,Raide, D`s Loch,

Baurahelz`r , Kloine Schteigena , Graoße Schteigena. (Entnommen dem Band 8, Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Reihe Dokumentation. Peter Löffelad:Flurnamen der Stadt Ulm und deren Bedeutung.Stadtarchiv Ulm.)

Ganz nah waren wir noch an der Erminger Turritellenplatte. Eine 20 Millionen Jahre alte Strandablagerung des Molassemeer aus dem Untermiozän. Die Fundstelle von Turmschnecken, Zähnen von Haien, Rochen, Brassen usw. steht heute unter Naturschutz, Infotafeln erklären diesen besonderen Ort.

Einen gemütlichen Ausklang fanden wir unter den Blätterdach auf der Terrasse vom Rössle in Ermingen.

Text:     Peter Kolb
Bilder: Brigitte Müller, Manfred Strauß, Peter Kolb

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Klettern an der Gehrenspitze

Für das eigentlich geplante Ziel, die Roggspitze, gab es immer noch zu viel Schnee. Steigeisen und Pickel wären nötig, so die Auskunft, um zum Einstieg zu kommen. Der Abstieg komplett im Schnee.
Also brauchten wir ein Alternativziel, das deutlich niedriger und damit schneefrei ist.
Statt zum Flexenpass fuhren wir zu fünft nach Reutte-Wängle, um von dort über die Gehrenalpe zum Einstieg der Klettereien an der Gehrenspitze zu kommen. Wir entschieden uns für die Südwestwand, um im Schatten klettern zu können. Eine Seilschaft kletterte den Direkteinstieg, eine wunderschöne 6er Länge, die andere Seilschaft querte vom Normalweg zum ersten Standplatz. Von dort ging es gemeinsam weiter. Vier tolle Seillängen, meist plattig, manchmal zur Abwechslung ein griffiger Aufschwung, aber immer rau wie am ersten Tag (97 Jahre nach der Erstbegehung) und ein festes und grasfreies Gestein (ganz ungewohnt in den Tannheimern!), alle homogen im vierten Grad führten uns nach oben. Am Gipfel genossen wir die grandiose Aussicht ins Lechtal und die umliegenden Berge, begutachteten die inzwischen recht dunklen Wolken und entschieden daher (trotz WetterApp, das noch 4 Stunden regenfrei voraussagte) keine weitere Tour zu klettern.
 Ganz aufhören wollten aber noch nicht alle, daher kletterten wir nochmals den Direkteinstieg, so dass die andere Seilschaft auch noch in den Genuss dieser tollen Seillänge kam. Die gemütliche Einkehr in der Gehrenalpe rundete den Klettertag noch perfekt ab. Gerade als wir ins Tal laufen wollten, begann es zu regnen und gewittern (trotz den vier „versprochenen“ regenfreien Stunden).

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Hochtouren in den Stubaier Alpen

Am Freitag Morgen trafen sich 7 Teilnehmer mit unserem Tourenführer Michael in Illertissen am Parkplatz. Wir fuhren dann direkt weiter ins Ötztal nach Sölden. Dort angekommen packten wir unsere Rucksäcke und fuhren gleich mit dem Transferbus zu Fiegl`s Hütte, wobei die Fahrt recht abenteuerlich war. Wir stiegen dann in circa 3 Stunden zur Hildesheimer Hütte auf. Dort angekommen bezogen wir unser Quartier und stärkten uns mit Suppe, Kaffee und Kuchen. Dann bestiegen wir gleich den ersten Gipfel: Schußgrubenkogl (3.211 m). Am Abend gab es dann Lammgulasch mit Polenta. Unser Hüttenwirt (Gustl 100 %, immer Vollgas) war immer stets bereit zu einem Späßchen.

Am Samstag ging es dann frühmorgens los bei besten Bedingungen. Der erste Gipfel war der Pfaffenkogl (3.366 m). Dann stiegen wir weiter zur Pfaffenschneid (3.498 m). Die Pfaffenschneid mussten wir mit Fixseilen versichern, auf den Gipfel ging es dann mit Prusikschlingen gesichert. Dort angekommen mussten wir uns wieder abseilen. Dies war für uns eine Herausforderung. Danach ging es dann auf dem Normalweg weiter zum Zuckerhütl (3.505 m) übers Gletschergebiet. Die letzten 100 Höhenmeter mussten wir intensiv in Blockgelände (II. Grad) klettern. Nun machten wir uns wieder flott auf den Heimweg, da gegen Nachmittag eine Schlechtwetterfront angekündigt war.

Am Samstag Abend beschlossen wir dann am Sonntag um 07.30 Uhr wieder nach Sölden abzusteigen, da ab 11.00 Uhr mit Regen zu rechnen war. Den Sonntag Mittag ließen wir in Längenfeld (Geheimtipp von Michael und Ralf) in einer Pizzeria ausklingen. Wir waren dann um 16.30 Uhr wieder wohlbehalten in Illertissen am Parkplatz.

Unseren herzlichsten Dank gilt unseren Tourenführern Michael und Jürgen. Berg Heil.

Bericht: Reinhold Triebel
Bilder: Michael Scharpf, Lars Eberhardt, Michael Huber, Jürgen Steffgen

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Breitenstein und Burg Teck

Nach heißen, sonnigen Tagen begann einen Tag vor der geplanten Überschreitung der Nagelfluhkette mit Gewittern und Regenschauern der Wetterumschwung, der auch am Tourentag noch anhalten sollte. So wurde am Morgen bei der Abfahrt schnell entschlossen das Ziel geändert. Statt ins Allgäu ging die Fahrt nach Bissingen an der Teck, wo die Wetterfrösche einen sonnigen Tag vorhergesagt hatten. Tatsächlich verirrte sich dort keine Wolke an den Himmel und die Sonne sorgte den ganzen Tag dafür, dass mancher Schweißtropfen vergossen werden durfte.
In der Ortsmitte von Bissingen begann für die 15-köpfige Gruppe aus Laupheim die Wanderrunde. Schon bald ließen sie den Ort hinter sich und wanderten auf steilem Pfad aufwärts zur Ochsenwanger Steige. Nach Überquerung der Straße gewannen sie auf optimal angelegtem, schattigem Wanderweg in weiten Serpentinen mühelos an Höhe, so dass sie überraschend schnell die 400 Hm zum Gipfel des Breitenstein überwunden hatten. Hier bot sich ein grandioser Blick über das Unterland aus dem der markante Kegel der Limburg herausragte. Noch weit entfernt zeigte sich das Endziel des Tages, die Burg Teck.
Nach kurzem Abstieg folgten die Wanderer einem Teersträßchen in Richtung Diepoldsburg, bis die Markierungen des Nordrandweges wieder in den Wald leiteten. Ein schöner Wanderpfad führte durch den schattigen Buchwald und erreichte die Ruine Rauber. Hier fand sich ein idealer Platz für die Mittagspause.
Über die ehemalige Zugbrücke konnte man die restaurierten Reste der Burg betreten und sich anhand der Mauerreste eine Vorstellung von der mächtigen Anlage machen.

Erbaut wurde die Ruine um 1210 von den Rittern aus Diepholdsburg. Den Namen „Rauber“ erhielt sie aufgrund ihrer Nutzung als Raubritterburg. Im 16. Jahrhundert verfiel die Burg zum größten Teil. Von der Vorburg ist so gut wie nichts mehrvorhanden.Einzig wurden die Umfassungsmauern in den Jahren 1964 und 1965 restauriert und die Schildmauern zum Teil wieder aufgebaut.

Nach der Besichtigung begann der Abstieg zum Sattelbogen, dem Übergang ins Lenninger Tal. Natürlich musste die verlorene Höhe wieder gut gemacht werden, und so stieg man bei inzwischen hochsommerlichen Temperaturen über den Gelben Fels aufwärts zur Burg Teck. Vor den gekühlten Getränken vom Kiosk der Burg musste aber noch das Sybillenloch, eine Höhle im Teckfels unterhalb der Burg besucht werden, wo der Wanderführer die Sage von der Sybille von der Teck erzählte. Dann endlich konnte man sich im Burghof niederlassen und die Flüssigkeitsspeicher wieder auffüllen.
Der Rückweg nach Bissingen folgte den Markierungen des AV auf steilen Wegen zunächst durch den Wald und dann über Streuobstwiesen mit Kirsch-, Apfel- und Walnussbäumen. Die Einkehr im Café Goll beschloss die Wanderrunde, die als Alternative zum Hochgrat keine schlechte Wahl war.

Bericht + Bilder: Konne

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