Sonntag, 05. Juli 2026
Um 6.30 trafen sich 8 Teilnehmer zur Abfahrt in Laupheim. Im ausgeliehenen Kleinbus fanden alle Platz und Uve Roscher steuerte uns Richtung Schweiz. Kurz nach 8 Uhr passierten wir Diepoldsau und beschafften uns Schweizer Franken, dann führte uns die Fahrt uns über Chur nach Ilanz. Dort bogen wir ins Seitental von Vals und Vrin. Ein schmales Fahrsträßchen führte dort in nur wenigen Kilometern bis zum Talschluß nach Puzzatsch, wo wir den letzten freien Parkplatz erwischten. Dank an Uve fürs fahren.
Gegen 11 Uhr stiegen wir hoch zum Pass Diesrut (2428 m). Bei der gleichnamigen Alp, auf ca. 2000 Metern gelegen, machten wir eine erste Rast. Auf der Passhöhe erlebten wir danach einen ersten überwältigenden Blick in die Ebenen der Greina und deren umliegende Gipfel. Beim Abstieg sahen wir dann bald unser Tagesziel, die Terrihütte (2170 m), sicher gebaut auf einer Felseninsel. Kurz vor der Hütte überquert der Weg über eine Hängebrücke einen tief eingeschnittenen Bach (Somvitger Rhein). Man fühlte sich wie in Nepal. Nach einem kurzen Gegenanstieg erreichten wir gegen 15 Uhr die Hütte. Sie war voll belegt, was für uns kein Problem war, denn Siggi hatte schon im Januar reserviert.
Bis zum Abendessen hatten wir noch genügend Zeit für Kaffee, Kuchen und einen Gang ums Haus. Den besten Blick hat man von hier auf Tödi und Bifertenstock, die sich ca. 20 km entfernt im Norden erheben.
Montag, 6. Juli 2026
7.00 Uhr Frühstück; das Buffet ließe keine Wünsche offen. Uve und fünf Teilnehmer machten sich danach auf, den 3149 Meter hohen Piz Terri zu besteigen. Das Wetter passte. Auf Grund von gesundheitlichen Gründen entschied sich Siggi für eine Alternative. Er und Elvira wanderten über die gesamte Greinaebene zur Motterasciohütte, unserem Standort für folgende Nacht. Die beiden genossen Berge und Natur sowie die Ebene, die sich wie eine Prärie vor ihnen ausbreitete. Es fehlten nur Bisons.
Überragt wird alles vom Piz Terri mit seinen Nebengipfeln. Im Süden hatten wir einen Blick auf die Gipfel der Adulagruppe. Nach zwei Stunden erreichten wir das Zentrum der Greinaebene. Ein Kreuz auf einem riesigen Felsblock. Hier kreuzen sich alle Wege, die die Greinaebene durchziehen. Unweit davon befindet sich eine Wasserscheide. Plötzlich fließt das Wasser nach Süden ins Tessin, zuvor war der Abfluss noch nach Norden Richtung Rhein.
Bemerkenswert: Am Weg waren viele Wollgrasvorkommen in der Nähe zahlreicher Tümpel. Ebenso die zahlreichen Vorkommen von Murmeltieren die kaum eine Scheu zeigten. Nach kurzem Abstieg über eine Leiter durch felsiges Gelände erreichten wir die Motterasciohütte auf einer Höhe von 2172 Meter. Der sehr freundliche junge Hüttenwirt Fabio empfing uns dort, und wir konnten wir auf Grund der Vorbuchung unsere Unterkunft beziehen.
Gegen 16.30 Uhr konnten wir unsere Gipfelstürmer vom Piz Terri im Abstieg beobachten und wenig später bei der Hütte begrüßen. Leider hatten sie es nicht ganz zum Gipfel geschafft. Bei 2700 Metern mussten sie die Besteigung abbrechen, da die schwierige Besteigung mit einer Gruppe zu lange gedauert hätte. Nach Ausruhen und kühlen Getränken gab es um 19.00 Uhr wieder Abendessen. Diesmal war es eine köstliche Lasagne.
Dienstag, 7. Juli 2026
Nach dem Frühstück waren alle um 8.00 Uhr marschbereit. Ziel war heute die 2205 m hoch gelegen Scalettahütte im Westen der Graina-Ebene. Am Weg dahin liegt der Piz.Coroi (2776 m). Von fünf Teilnehmern wurde diese Besteigung unter Führung von Uve vorgenommen. Auf teilweise spärlich markiertem Weg erreichten sie gegen Mittag den Gipfel. Die Aussicht von hier oben auf die Ebenen der Greina und die umliegenden Gipfel war wiederum grandios, sogar die 4000er des Berner Oberlands waren zu erkennen. Die restlichen Mitglieder der Gruppe wanderten auf bequemem Weg in angenehmen 5 Stunden zur Scalettahütte. Ihr Weg führte zuerst wieder zum Mittelpunkt der Greinaebene (Felsblock mit Kreuz), danach nach Westen über eine Wasserscheide und schließlich durch ein Kalksteingebiet mitten im Urgestein. Nach 200 Metern Abstieg war die Scalettahütte um 14.00 Uhr erreicht. Gegen 15.00 Uhr war unsere Gipfelgruppe auch am Ort, diesmal mit einem erfolgreichem Gipfelsieg in der Tasche. Bis zum Abendessen blieb noch genügend Zeit die Umgebung zu genießen und zu entspannen. Um 21.30 Uhr waren alle recht müde im Lager des Winterraums. Ein sternenklarer Himmel in der Nacht ließ einen schönen letzten Tourentag erwarten.
Mittwoch, 8. Juli 2026
Um 6.45 waren schon alle beim Frühstück, das reichlich genossen wurde. Der Idee, auf einem für die Gruppe unbekannten Weg abzusteigen, während Uve und Erich schon begangene Wege zurück zum Auto liefen, wurde allgemein zugestimmt. Siggi stieg mit der Gruppe an diesem Morgen zuerst die 200 Hm hinauf durch die Kalkfelsen und danach durch die Ebene Richtung Terrihütte. Ein letztes Mal konnte die eindrucksvolle Landschaft der Greinaebene genossen werden. Unterhalb der Terrihütte gab es noch eine kleine Zwischenrast.
Nach einem kurzen Zwischenanstieg führte der Weg nur noch steil nach unten. Höchste Konzentration war hier gefordert. Auf teils versicherten schmalen Bändern ging es abwärts, immer mit Tiefblick zum Somvitger Rhein, der sich hier durch eine enge Schlucht seinen Weg nach unten sucht. Gegen 13.00 Uhr war leichteres und flacheres Gelände erreicht. Bei einem Steg über den Somvitger Rhein wurde Mittagsrast gehalten. Bald war der Talboden über leichtere Wege erreicht. Nach 7 Std Wegs waren wir froh am Ziel zu sein. Um 15.00 Uhr konnten alle wohlbehalten die Heimreise antreten.
Danke an Uve der alles gefahren ist, danke auch für seine Führungsarbeit. Ein Dank auch an Rita, die ihre Erfahrung als Tourenführerin mit eingebracht hat und ein Dank an die Gruppe, die die sehr intensiven Tage bestens mitgemacht hat.
Bericht: Siggi Wehrle
Bilder: Tielnehmer