Acht Bergfreunde genossen vier Tage anspruchsvoller Bergwanderung rund um den Säntis. Von Wasserauen über den Seealpsee ging es am ersten Tag bis zur Ebenalp. Am zweiten Tag über den Säntis und Lisengrat bis zur Rotsteinpass Hütte. Am dritten über den Widderalpsattel zum Gasthof Bollenwees. Am vierten Tag über den Bogartensattel direkt wieder zurück nach Wasserauen.
Der erste Tag führte uns ins Tal von Wasserauen und dann teils steil bergauf zum Seealpsee mit herrlichem Blick auf den Säntis. Nach einer Pause stiegen wir im Wald auf gutem Pfad hinauf zum Äscher.
Der Äscher ist ein Gasthaus, das scheinbar an die steile Felswand geklebt ist. Er ist ein Fotohotspot auf Instagram, entsprechend ist dort viel los. Weiter ging es zum Wildkirchli. An der Halbhöhle neben dem Kirchli, sind ein Altar und Gebetsbänke aufgebaut. Hier werden sogar Messen gelesen. Weiter ging es durch die Bärenhöhle, die mittlerweile sogar teilweise beleuchtet ist.
Nach der Bärenhöhle stiegen wir noch das letzte Stück auf zu unserem ersten Quartier, der Ebenalp. Der Abend schenkte uns noch einen herrlichen Sonnenuntergang.
Der zweite Tag war der Anspruchsvollste. Von der Ebenalp (1644 m) ging es auf gutem Wanderweg stetig bergauf zum Gasthaus Schäfler. Hier war die erste Pause fällig. Ab jetzt wurde es anspruchsvoller. Der Weg wurde zu einem Pfad, der zum Teil mit Stahlseil und Eisentritten gesichert istr. Weiter am Öhrli vorbei bis kurz vor den Säntisgipfel. Dort standen wir vor der sehr steilen „Himmelsleiter“ ca. 80 m unterhalb vom Gipfel. Eine schmale, steile Felsenrinne, die links und rechts mit Stahlseilen gesichert ist und gespickt mit Eisentritten über das ganze Stück. Derart gesichert, kann man das Teilstück ohne weitere Kletterausrüstung begehen. Oben angekommen, ging es durch einen ca. 50 m langen Personentunnel direkt durch den Säntis zum Gipfelplateau (2502 m). Der Säntisgipfel ist nicht schön, total zugebaut. Da die Seilbahn an dem Tag nicht lief, war es ruhig, und wir konnten unseren Kaffee und Kuchen auf der Terrasse mit herrlichem Rundblick genießen.
Das letzte Teilstück, der Lisengrad, führte uns hinab zu unserem Quartier, der Rotsteinpasshütte (2120 m). Der Lisengrad ist ein Genussweg. Teils ausgesetzt, teils schöner Weg mit leichten Kletterpassagen und Leitern, aber immer gut gesichert.
Am dritten Tag mussten wir umplanen, weil sich der Himmel zuzog und die Wetterprognose nicht gut war. Statt über den Altmann und die Zwinglipass Hütte und den Kreuzbergen, wählten wir den Abstieg nach Bollenwees über den Widderalpsattel. Es ging stetig bergab bis kurz vor die Meglisalp und dann wieder bergauf zum Widderalpsattel. Es fing an leicht zu nieseln, was aber nicht anhielt. Kurze Zeit später zeigte sich die Sonne wieder.
Auf dem weiteren Abstieg machten wir noch an der Widderalp eine Pause, bis es dann weiter bis zum Gasthaus Bollenwees (1470m) ging. Da wir schon zeitig am Ziel waren, machten wir noch einen Abstecher zur Roslenalp. Wir steigen hinauf zur Sachser Lücke, bogen dann rechts ab und erreichten auf schmalem, ausgesetzten Pfad die Roslenalp. Die Roslenalp ist ein Stützpunkt der Schweizer Bergwacht. Ein junger Mann hatte dort Dienst und er versorgte uns mit Kaffee und Getränken. Da ihm wohl langweilig war, zeigte er uns die Hütte, in der man auch übernachten kann, und die Nebengebäude mit der ganzen Bergwacht-Rettungsausrüstung.
Am vierten Tag stiegen wir zum Ausgangspunkt nach Wasserauen ab. Ursprünglich plante ich den Weg über den Sämtisersee nach Brülisau und weiter mit Bus und Bahn nach Wasserauen, aber Peter fand einen direkten Weg nach Wasserauen. Zwischen Bollenwees und Wasserauen ist ein Tal und ein Höhenzug. So stiegen wir erst 150 Hm ab ins Tal um dann gleich wieder 400 Hm steil bergauf, um bis zum Bogartensattel zu kommen. Jetzt ging es nur noch 800 Hm nach unten zu unseren Autos.
Am Schluss möchte ich mich bei allen Teilnehmern bedanken für die schönen, harmonischen, aber teilweise auch alpin fordernden Tage. Besonderer Dank gilt dem Mit-Tourenführer Peter, der mich immer unterstützt hat.
Bericht: Benno
Bilder: Teilnehmer