Tag 1:
Lange erwartet und heiß antizipiert: der Tourenbericht für den diesjährigen Eiskurs 2026!
Dabei waren: Jakob, Elias, Charlotte, Marc, Daniel, Leander und natürlich Konsti welcher das Ganze geführt hat.
Gestartet wurde am malerischen Parkplatz Schulzentrum Kuhberg, von wo aus wir die längere Anfahrt Richtung Sustenpass begannen. Kleiner Schockmoment zwischendurch: auf der Fahrt war der Sustenpass aufgrund von Murenabgang als gesperrt beschildert, ein kurzes Telefonat mit dem Hotel Steingletscher direkt am Pass konnte aber klären, dass zu unserem Glück der Pass seit diesem Morgen wieder geöffnet war. Ohne weitere Schwierigkeiten erreichten wir also unser Ziel und konnten nach kurzer Vorstellungsrunde in den Kurs starten.
Zu Beginn mussten natürlich zuerst die Basics für die Fortbewegung auf dem Gletscher gelernt werden: Richtiges Einbinden in die Seilschaft sowie Spaltenrettung per loser Rolle standen auf dem Plan. Nach ausreichender Übung sowie kurzer Kaffepause begannen wir dann den Zustieg zur Tierberglihütte, unserer Unterkunft und Ausgangspunkt für alle Touren für die nächsten 2 Tage. Dort erwartete uns ein großartiges Abendessen sowie eine spannende Theorieeinheit zur korrekten Planung von Hochtouren mittels Karte und Planzeiger.
Noch schnell alles für den morgigen Tag gepackt und zurechtgelegt, dann hieß es für alle nur noch ab ins Bett.
Tag 2:
Liebe Freunde des Bergsports, auf Nachfrage möchte ich diesen Tag authentisch in leichtem Dialekt wiedergeben, da ich aus dem Inntal komme.
Der zwoate Tog hod ziemlich zach gstartet. Wir woan vereinzelt nu ned ganz akklimatisiert an die Höhe und die Nocht woa teilweise sehr schlaffrei. Dementsprechend woa des Aufstehen umara 05:30 Uhr ziemlich zach. Trotz Schlofmongel waren wir Post Frühstück olle wieder top motiviert den bevorstehenden Tag zu meistern.
Um 6:30 homa gonz noch dem Motto „auf und da Gams noch“ uns die Steigeisen onglegt und hoben a paar trockene Übungschritte am Eis gewagt. Nach kurzem aber sicherem Üben haben ma uns dann auf den Aufstieg zum Mittleren Tierberg aufgmocht. An moderaten Gletscherspalten und sportlicher Steigung vorbei, sowie 3 kleinen Pausen wurde dann des Limmi (3152m) vorm Mittleren Tierberg erreicht. Dort hods donn auf einer schönen freien Eisfläche erstmal wieder „Rucksack oblegen“ ghoasn. Es woa Zeit zu lernen wia ma richtig Eisschrauben setzt und si sichert. Nachdem uns unsera engagierter Kursleiter uns des geduldig beigebrocht hod und wir uns gonz passabel ongstellt hobn, hama den weiteren Aufstieg zum Gipfel (3309 m) fortgesetzt. Obacht oba, jetzt ohne Seilschaft weiter, am Grat, immer weiter Richtung Ziel. Jo und wias hold so kommt, hobn wir des natürlich auch wieder gut geschofft und wurden nach dem vorbeiziehen der Woikal mit aber wunderbaren Aussicht belohnt. So jetzt erstmal Pause und Jause.
Der Abstieg wartete ned long und wir haben uns auf halber Strecke zu einem der spannendsten Lektionen des Eiskurses einlassen können. Nachdem da Konsti so a gscheide Spoiten am schweizer Ferner ausgesucht hod, woa ma olle scho leicht nervös, oba auch voller Vorfreude. Jetzt woas so weit. Jeder hod sie moi in die spoiten elegant eini schmeißen derfen und die ondan Partner in der Seilschoft hoben die Aufgabe ghabt, den „Gestürtzten“ per Lose Rolle wieder sicher zu bergen. Und do jetzt großes Lob, weil da Konsti hod uns do super durchleiten kina und wie haben trotz dem großen Respekt sicher und gewissenhaft viel lerna kina. Auch Danke an Roger, unserem guten Hoizpflock, den da Leander mit roher Kraft die ganze Zeit im Rucksack mittrogn hod. Da Roger hod uns, gut im Schnee vergrobn gut verankert. Hut ab – woa gescheid geil! Leiwond!
Nachdem Adrenalinkick, sama wieder gemütlich ober sportlich wia ma san, zügig and den bereits bekannten Spoiten vorbei, zruck zur Tierberglihütte. Do haben ma donn ois wieder obglegt, für den nächsten Tog ois vorbereitet und nu gut geschmaußt. De Schweizer hobn si wos feines überlegt, es san einfoch gschmackige Äpler Makkaroni kredenzt wordn. Ma de hobn grad gschmeckt. Nochdem olle guad gessen hobn, wurd die bevorstehende Tour fürn nächsten Tog nochmal besprochen und noch bissl wos übern Gletscher und Tourenplanung gelehrt. So, ober jetzt woa da Tog scho long und erlebt und gelernt is a vü woan, jetzt woas wirkli Zeit fürs Bett! Beten, Bodln, Bett geh!
Tag 3:
Da am dritten Tag eine große Tour geplant war musste noch früher gestartet werden. Entsprechend früh klingelte der Wecker um gegen 4:30 Uhr am Frühstück zusammenzusitzen. Wahrscheinlich dem frühen Aufstehen geschuldet war der Kaffeekonsum hier entsprechend hoch und die Unterhaltung eher träge.
Nach den letzten Vorbereitungen ging es dann um 5:30 Uhr los gen Gletscher, heute auch wirklich nur mit dem nötigsten bepackt. Der von uns am Vortag liebevoll benannte Balken Roger und auch zusätzliche Seile wurden zurückgelassen, was manche Teilnehmer den verlorenen Trainingseffekt betrauern ließ.
Auf dem Weg begegneten wir mehreren Seilschaften verschiedener Größen welche das gleiche Ziel hatten wie wir. Mit zwei kleineren Pausen erreichten wir letztlich gegen 9:30 Uhr den Gipfel des Sustenhorns (3502 m) und wurden hier mit atemberaubender Aussicht bei bestem Wetter belohnt. Nach einer größeren Pause und Fotosessions ging es dann an den Abstieg.
Auf Höhe des Jochs zwischen Sustenhorn und Gwächtenhorn angekommen (Sustenlimi 3078 m) war nun die Frage, ob der zweite Gipfel jetzt auch noch gepackt wird. Im Höhenflug der ersten Etappe entschied sich die Gruppe hier einstimmig dafür und stapfte motiviert weiter. Die Motivation wurde durch den inzwischen eher weichen Firn zwar deutlich ausgebremst, trotzdem erreichten wir gegen 11 Uhr auch den Gipfel des Gwächtenhorns (3404 m). Nach einer kurzen Pause ging es hier mit dem Abstieg weiter.
Auf halbem Weg erfolgte hier dann eine Lektion in Firnbegehung ohne Steigeisen mit anschließendem Rutschen und Bremsen. Hier konnte das innere Kind noch einmal ordentlich ausgepowert werden, bevor es an den restlichen Abstieg ging. Erneut an der Tierberglihütte angekommen packte jeder seine verbliebenen Habseligkeiten und regenerierte sich von den bisher bewältigen 1200 hm und 13 km. Zuletzt folgte nur noch der Abstieg, dieser verlief sehr zügig, weshalb sich manche aus der Gruppe im hiesigen Fluss noch ein Bad genehmigen konnten, bevor wir letztlich das Hotel Steingletscher erreichten. Das Essen war hier im Vergleich zur Hütte etwas dürftig, allerdings konnte dies durch eine nötige Dusche durchaus ausgeglichen werden.
Tag 4:
Der letzte Tag startete gemütlich mit einem ausgiebigen Frühstück im Hotel Steingletscher. Gleichzeitig war eine große Gruppe bergfroher Mediziner für eine Fortbildung vor Ort, weshalb wir uns mit einigen Bergführern absprechen mussten, denn heute stand die Selbstrettung und der Standplatzbau im Fels auf dem Plan.
Zunächst wurde das Seilhandling im leichten Felsgelände unweit des Hotels geübt, bevor jede Seilschaft noch eine kurze Mini-Mehrseillängentour klettern konnte und die Lehreinheit mit einer Runde Abseilen beendet wurde. Nach einer letzten Pause wurde der Balkon der Unterkunft zur Gletscherspalte umfunktioniert und sowohl die Prusik + Münchhausen-Technik als auch die Seilklemme + T-Bloc angewandt. Einstimmig wurde festgestellt, dass man sich mit modernen Devices bei der Selbstrettung einiges an Kraft spart.
Nachdem auch der letzte Kursteil erfolgreich gemeistert wurde, bemühte sich noch einmal die kleine Bialetti in Konstis Kofferraum und bei einem Zwischenstopp am Bodensee inkl. Pizza gingen vier erlebnisreiche Tage zu Ende.
Bericht + Bilder: Teilnehmer