Am Samstagmorgen um 6:15 Uhr bei schönstem Wetter quetschten sich sieben Bergbegeisterte mit Gepäck in das Auto von Jürgen, unserem Bergführer, mit dem Ziel oberer Schwendleparkplatz im Kleinwalsertal. Nach der Ankunft wurden wir von jungen Leuten gefragt, ob wir am Fidererpasslauf teilnehmen wollten, offensichtlich ließ unser noch frisches Aussehen diese Möglichkeit zu. (Bei Rückkehr wäre niemand mehr auf diese Idee gekommen).
Wir wanderten zunächst sanft in das wunderschöne Gemsteltal hinein. Vorbei an der Hinteren Gemsteltalalpe ging es stetig bergauf, und der Weg über steile Schotterpfade wurde zunehmend alpiner. Um Muskelkater vorzubeugen, wurde unterwegs noch Kaffee und Buttermilch getrunken, so dass, wenn auch nicht alle, die Bergsteiger fast auf das Geißhorn „flogen“. Der Weg zum Gipfel war felsig und schrofig. Zum Glück wehte ein kühlender Wind, und so verbrachten wir glücklich und erleichtert die Mittagspause am Gipfel des Geißhorn, das Rundumpanorama und die Brotzeit genießend.
Der Abstieg erfolgte zuerst über den gleichen schottrigen Weg wie beim Aufstieg bis zu einem Abzweig in Richtung Mindelheimer Hütte. Dann führte der Weg über den Wildengundkopfsattel, und wir überquerten einige Schneefelder. Sogar ein türkisleuchtender Pool war da, und ein paar unerschrockene Eisbader badeten darin.
In Kehren ging es an der Mindelheimer Hütte vorbei, wo bemerkt wurde, dass ein Wanderstock fehlte. Jürgen ging sogar nochmals zurück, jedoch vergebens. Nun ja, auch mit nur einem Stock war der sehr anstrengende Abstieg über die Kemptner Scharte machbar. Wir brauchten Trittsicherheit und Schwindelfreiheit im steilen, teilweise mit Drahtseilen versicherten Gelände. Bis ins Tal hinunter benötigten wir noch viel Geduld und Kondition, aber schließlich erreichten wir die Innere Wiesalphütte, die gerade schließen wollte, aber uns freundlicherweise noch bediente.
Nach 8 Stunden Gehzeit, 1400 Höhenmetern und 18 km waren wir am Parkplatz und erreichten Laupheim gegen 20 Uhr, glücklich über das wunderschöne Bergerlebnis.
Bericht: Thea Fetscher und Teilnehmer
Bilder: Jürgen Wieland