Dienstag, 07.04.
Anreise nach Saas-Fee und Aufstieg zur Britannia Hütte
Saas-Fee erreicht man über die Autoverladung Furka. Am Parkplatz angekommen wird nach einer kurzen Einweisung und gleichzeitiger Überprüfung der Ausrüstung das Programm für die nächsten Tage besprochen. Den Aufstieg zur Britannia Hütte erleichtern wir uns, aufgrund der fortgeschrittenen Zeit durch die Nutzung der Bergbahn bis zur Station Morenia. Von dort folgen wir der Skipiste bis zum Egginerjoch. Nach einer kurzen Abfahrt erfolgt der abschließende Aufstieg zur Britannia Hütte. Den späten Nachmittag verbringen wir auf der sonnigen Terrasse und genießen den Ausblick auf die Ziele der nächsten Tage.
Die Britanniahütte des SAC auf 3030 m gelegen, ist eine ausgezeichnete Unterkunft für Hochtouren im Gebiet von Saas-Fee und zählt zu den meistbesuchten und größten SAC-Hütten, am Fuße des Allalinhorns.
Mittwoch, 08.04.
Besteigung des Fluchthorn 3795m
Diese technisch einfache Hochtour auf den kleinen Bruder des Strahlhorns eignet sich sehr gut um das Gebiet rund um die Britanniahütte kennen zu lernen und sich auf diesem Höhenniveau zu akklimatisieren. Der Ausblick vom Gipfel reicht bis in die Monte Rosa Ostwand.
Das Fluchthorn ist ein schöner Schneegipfel der dem Strahlhorn östlich vorgelagert ist. Fast die gesamte Tour ist von der Britanniahütte gut einsehbar und so sind die Verhältnisse gut zu beurteilen. Zu Unrecht wird er seltener als sein Nachbar bestiegen, wahrscheinlich weil die magische 4000er Grenze dabei nicht überschritten wird. Nach einer kurzen Abfahrt von der Britannia Hütte kreuzen wir zunächst den Hohlaubgletscher und folgen danach dem Allalingletscher, um anschließend westlich eines Felsriegels zum Gipfelhang aufzusteigen. Dort angelangt richten wir ein Skidepot ein und gehen den restlichen Weg mit Steigeisen zum Teil im Schnee und über Felsen zum Gipfel. Die anschließende Abfahrt erfolgt entlang der Aufstiegspur. Den Nachmittag und Abend lassen wir bei interessanten Gesprächen auf der Hütte ausklingen.
Donnerstag, 09.04.
von der Britannia Hütte auf das Strahlhorn 4190m.
Die Skitour auf das Strahlhorn ist eine der einfachsten 4.000er-Besteigungen der Schweiz. Für Anfänger ist das vergletscherte Horn bei guten Verhältnissen ein nicht zu schwieriger Einstieg in die hochalpine Welt der Westalpen. Erste Erfahrungen beim Skitourengehen und Gletscherquerungen sollte man aber schon gesammelt haben. Ins Schnaufen kommst du hier höchstens wegen der Länge der Tour und der Höhenlage.
Nach der kurzen Abfahrt von der Hütte halten wir uns in Aufstiegsrichtung am rechten Rand des Gletschers. Neben uns ragt die steile Südostwand des Allalinhorns empor. Weiter vor uns das Rimpfischhorn. Am Ende des Gletschers sitzt das Strahlhorn, das gerade von den ersten Sonnenstrahlen des Tages erleuchtet wird und seinem Namen voll gerecht wird. Knapp neun Kilometer muss man allein bis zum Gipfel zurücklegen. Neun Kilometer, auf denen wir uns fast ausschließlich auf dem Gletscher bewegen.
Der Weg führt uns am Fuße des Allalinhorns und des Rimpfischhorns auf den Adlerpass. Als wir den Adlerpass erreichen, trübt keine Wolke den Sonnenschein. Lediglich der Wind macht uns mit den kalten Temperaturen ziemlich zu schaffen. Vom Adlerpass aus, gehen wir weiter zum Gipfel des Strahlhorns. Aufgrund der passenden Schneeverhältnisse, müssen wir die Skier erst an einer kleinen Felsstufe wenige Meter unterhalb des Gipfels ausziehen. Der Gipfelanstieg stellt uns vor keine weiteren Herausforderungen. Nach langem Verweilen auf dem Gipfel ist uns aufgrund der Witterungsbedingungen jedoch nicht zumute. Die anschließende Abfahrt verläuft entlang der Aufstiegsspur mit einem abschließenden Hüttenanstieg. Den Rest des Tages tauschen wir uns über die am Tage gemachten Erfahrungen aus und sind schon auf die nachfolgenden Projekte gespannt.
Freitag, 10.04.
Abschlusstour auf das das Allalinhorn 4027m
Von der Britannia Hütte fahren wir den Ziehweg ab, um anschließend den kurzen Anstieg zur Bergstation Felskinn 2989m aufzusteigen. Von der Station fahren wir mit der Metro Alpin bis zur Bergstation und folgen der Piste zum Gletscherabbruch. Von hier, bewegen wir uns über flacher werdendes Gelände bis zum Schlepplift. Die Geländeformen ausnutzend bis etwa 3650m. Danach Steigen wir den etwas steiler werdenden Gletscher bis zum Sattel 3826m auf. Zuerst durchschreiten wir die Westflanke, um später durch den Süd-Westhang zum Skidepot zu gelangen. Der verbleibende Aufstieg führt uns über Geröll in 15 min. zum Gipfel. Dort verweilen wir aufgrund des stürmischen Wetters nur sehr kurz und begeben uns auf die schier niemals enden wollende Abfahrt über das Skigebiet zum Parkplatz.
Erneut haben wir unter Führung von Michael und Hartmut unbeschreibliche Momente erleben dürfen, die speziell bei denen unvergesslich sein werden, die ihre ersten winterlichen 4000er Besteigungen erleben durften.
Bericht: Jürgen Baur
Bilder: Teilnehmer