Skitouren im Bereich der Sesvennahütte


Donnerstag: Anreise & Aufstieg zur Sesvennahütte

Um 6:30 Uhr traf sich die Gruppe in Ulm am Kuhberg. Mit zwei Autos starteten wir Richtung Vinschgau. Die Fahrt verlief entspannt, unterbrochen von einer gemütlichen Pause am Rastland bei Nassereith – Kennenlernen und Aufgabenverteilung. 
Am Langlaufzentrum in Schlinig angekommen, begann der Aufstieg durch das Schliniger Tal zur erst Anfang März 2026 neu eröffneten Sesvennahütte auf 2262 m. Der Aufstieg dauerte etwa zwei Stunden, wobei schnell klar wurde, dass der Winter sich hier bereits rar gemacht hatte. Wenig Schnee und einige apere Passagen begleiteten uns auf dem Weg nach oben. Dort wurden wir vom jungen Hüttenteam rund um Georg herzlich empfangen. Die Stimmung war bestens, nicht zuletzt wegen einer kleinen Überraschung: warme Duschen auf über 2200 m, was bei einigen für ungläubiges Staunen sorgte.

Das Wetter zeigte sich durchwachsen und auch die Schneelage ließ zu wünschen übrig. Vor allem südexponierten Lagen fehlte die Grundlage für eine sichere und genussvolle Abfahrt. Also nutzten wir die Zeit sinnvoll. Nach Kaffee und Kuchen stand eine ausgedehnte LVS-Übung auf dem Programm – Routine auffrischen, Abläufe festigen, Sicherheit gewinnen. Am Abend wurden wir kulinarisch verwöhnt: Grießknödelsuppe als Vorspeise, danach Spinat- und Käseknödel und als krönender Abschluss ein Nuss-Karottenkuchen. Mit einem Blick auf die Wettervorhersage, Kaiserwetter für den nächsten Tag, wuchs die Vorfreude auf die kommende Tour.

Freitag: Piz Sesvenna, dort wo die Sonne auf den Stein scheint

Strahlender Sonnenschein und klare Sicht sorgten schon beim Frühstück für Aufbruchsstimmung. Hochmotiviert starteten wir direkt von der Hütte zu unserem Ziel: dem mit 3205m höchsten Skitourenberg der Sesvennagruppe, dem Piz Sesvenna. Der Aufstieg führte über die Sesvennascharte bis zum Skidepot am Sattel des Ostgrats. Dort hieß es dann: Ski abschnallen, Steigeisen anlegen und Kräfte sammeln. Bei einer ausgiebigen Brotzeit stärkten wir uns für den anspruchsvollsten Teil der Tour. Es folgte eine rund 500 Meter lange, abwechslungsreiche nicht immer einfache Gratkletterei. Blockiges Gelände verlangte volle Konzentration und Trittsicherheit. Oben angekommen wurden wir mit einer tollen Aussicht belohnt.

Zurück am Skidepot wurden die Ski wieder angeschnallt. Die Abfahrt überraschte positiv. Bis zur Sesvennascharte fanden wir gute Bedingungen. Drei Teilnehmer hatten noch Reserven und Lust auf mehr. Die Gruppe teilte sich: Ein Teil fuhr direkt ab zur Hütte und genoss die Sonne auf der Terrasse, während die anderen noch den Schadler (2948 m) bestiegen. Nach einem gemeinsamen Getränk zurück auf der Hütte, kam die warme Dusche sehr gelegen. Auch kulinarisch ließ der Abend keine Wünsche offen: Kürbis-Karottensuppe, Lasagne und ein überragendes Tiramisu als Dessert rundeten den Tag perfekt ab.

 Samstag: Improvisationstalent gefragt

Die Wetterprognose für Samstag ließ wenig Gutes erwarten: schlechte Sicht und anhaltender Schneefall, der im Laufe des Tages noch zunehmen sollte. Nichtsdestotrotz zeigte sich die Gruppe motiviert. Ziel war eine Tour in Richtung Piz Rims. Doch schon nach etwa 150 Höhenmetern wurde deutlich: Die Sichtverhältnisse reichten schlicht nicht aus. Der Versuch wurde abgebrochen. 
Zurück auf der Sesvennahütte wurde kurzerhand ein Alternativprogramm ins Leben gerufen: Yoga im Treppenhaus mit Gerd. Was zunächst nur eine spontane Idee war, entwickelte sich zum Höhepunkt des Tages. Sehr zur Erheiterung der übrigen Hüttengäste und des Personals. Am Mittag dann ein zweiter Versuch. Tatsächlich hatte sich die Sicht etwas gebessert. Es reichte zumindest für eine kleine Rundtour. Von der Hütte ging es in Richtung Schlinigpass, vorbei am Sesvennasee und zurück zur Hütte. Der Nachmittag verlief nach Linzertorte und Kaiserschmarrn gemütlich: lesen, ruhen, Gespräche führen.

Am Abend gab es wieder sehr leckeres, lokales Essen: Schlutzkrapfen, Pizzastrudel und Vinschger Schneamilch. Dazu, wie jeden Tag, ein reichhaltiges Salatbuffet. Nur eines fehlte diesmal: der Karottensalat. Für manche ein größerer Verlust als die warme Dusche. Wie gewohnt waren auch die Abende gesellig und kurzweilig. Die Hoffnung auf eine kleine Abschlusstour am Sonntag war spürbar. Ein passendes Zitat des Abends brachte es auf den Punkt: „Zum Wohl – dann kann es ja morgen direkt bergab gehen.“ Und genau so sollte es kommen.

Sonntag: Abfahrt unter schwierigen Bedingungen

Die Wettervorhersage für Sonntag war leicht besser als am Vortag. Aufgrund der Bedingungen erschien der Schadler als eine sinnvolle Option. Nach etwa einer Stunde Aufstieg machte uns das Wetter wieder einen Strich durch die Rechnung. Schlechte Sicht und schwierige Verhältnisse veranlassten uns umzukehren und stattdessen noch einmal die Gastfreundschaft der Hütte zu genießen.
Die Abfahrt ins Tal gestaltete sich anspruchsvoll: wenig Schnee, steile und teils vereiste Passagen verlangten volle Konzentration. Über die Langlaufloipe führte der Weg schließlich zurück zum Parkplatz. Die Rückfahrt verlief ruhig, mit einem letzten gemeinsamen Stopp am Rastland. Zeit für einen Kaffee, einen Rückblick und den Abschied. Vielen Dank an alle für die schönen Tage und an die Tourenführer Theo und Hartmut.

Bericht: Tina Bulling + Philipp Nägele
Fotos: Teilnehmer

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