Skihochtouren um die Franz-Senn-Hütte


Am Freitag trafen wir uns zur SHT-Wochenende um die Franz-Senn Hütte um 6.30 Uhr in Vöhringen. Die Anfahrt durch Österreich verlief problemlos. Während der Fahrt unterhielten wir uns noch über die aktuelle Lawinenwarnstufe 3 oberhalb 2000 m und den exponierten Zustieg zur Hütte. Lediglich der Skitourenguru (www.skitourenguru.com) zeigte eine Stelle des Zustiegsweges als Lawinen gefährlich an (rot). Da aber die Lawine laut Hüttenwirt genau an dieser Stelle aber bereits abgegangen war, bestand für uns keine Gefahr mehr beim Aufstieg. Um ca. 10.00Uhr kamen wir dann am Parkplatz in Seduck im Stubaital an.

Der Aufstieg war dann bei herrlichem Wetter unproblematisch. Wir kamen allerdings mit dem schweren Gepäck gut ins Schwitzen. Auf der Franz Senn Hütte (2147Hm) bezogen wir unser Quartier und drei von uns gingen noch auf eine kurze Eingehtour Richtung der Sommerwände. Die Kameraden waren aber nach ca. 2 Std zu einem wohlverdienten Feierabendbier rechtzeitig wieder zurück.
Am Abend beschlossen wir, aufgrund der aktuellen, immer noch vorhandenen Lawinenwarnstufe 3 (erheblich) eine Route mit einer günstigen Exposition zu wählen. So beschlossen wir, am nächsten Tag in Richtung Wilder Turm (3154 m) zu gehen.

Gestärkt durch das sehr reichhaltige Frühstück auf der Hütte ging es dann kurz nach 7.00 Uhr Richtung Alpeiner Tal hinauf. Nach ca. einer Stunde trafen wir dann auf den Alpeiner Ferner, wo wir unsere Gletscherausrüstung anlegten. Wir zweigten dann ab in Richtung Westen über eine Seitenmoräne, von dort ging es in Richtung des Verborgen Berg Ferner. Aufgrund des schönen Wetters war es verhältnismäßig warm, nur die Sicht war durch den Sahara Staub etwas getrübt. Auf ca. 2900 m machten wir dann unsere erste größere Rast und besprachen das weitere Vorgehen. Wir wählten als vorläufiges Ziel die Turmscharte. Als wir dort ankamen, war uns aber klar, dass eine Besteigung des Gipfels bedeuten würde, dass wir in ungünstiger Exposition von der Turmscharte in unbekanntes Gelände abfahren müssten. Deshalb beschlossen wir auf den Gipfel zu verzichten und den Gletscher komplett aufzusteigen, um die Abfahrt zu verlängern. Nach Erreichen des Gletscherrands machten wir unsere zweite Rast und bereiteten die Abfahrt vor. Zum Teil hatten wir tatsächlich Pulverschnee bei der Abfahrt mit idealem Gefälle. Es gab aber auch leider einige Bereichen mit Wind verpresstem Schnee. Nach dieser überwiegend genussvollen Abfahrt gönnten wir uns auf der Hütte wieder eine Auszeit und genossen die Märzsonne.

Am Sonntag, dem Abreisetag, gingen wir um 7.30 Uhr in Richtung der Inneren Sommerwand. Wir ließen uns aber alle Optionen offen, um je nach Verhältnissen und Vorankommens entweder  früher abzufahren oder doch noch einen Gipfel zu besteigen. Bei der Spuranlage gingen wir defensiv vor und wählten einen möglichst flachen Anstieg. Im oberen Teil des Sommerwand Ferners war der Schnee stark verspurt und viel begangen. Aufgrund des guten Vorankommens beschlossen wir über die Kräulscharte auf die Innere Sommerwand (3122 m) aufzusteigen. Wir zogen dafür die Steigeisen an und gingen mit Stöcken und Steigeisen an dem vorhandenen Fixseil die Scharte (3069 m) hoch. Von dort stiegen wir über einen felsigen Grat mit Schwierigkeit der Stufe 2 zum Gipfel, welchen wir für kurze Zeit ganz allein für uns hatten. Der Abstieg war dann in umgekehrter Reihenfolge. Nach einer kurzen Abfahrt machten wir dann um 13.00 Uhr Rast und beschlossen, noch einige schöne Hänge im oberen Bereich zu befahren. Wir hatten tatsächlich auch hier wieder etwas Pulverschnee und im unteren Bereich bei der Hütte war der Schnee dann aufgefirnt.

Auf der Hütte packten wir dann unseren Rucksack und genehmigten uns vor der Abfahrt eine Stärkung. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, ging es dann talwärts. Die Abfahrt von der Hütte ist nicht zu unterschätzen, da es sich um einen teilweise sehr schmalen gewundenen Weg handelt. Im unteren Bereich des Waldes mussten wir aufgrund Schneemangels die Ski zum Teil tragen, bevor wir bis zum Parkplatz weiterfahren konnten. Am Auto angekommen packten wir alles ein und fuhren nach dieser schönen Zeit zufrieden Richtung Heimat, welche uns mit frühlingshaften Temperaturen begrüßte.

Unser Dank gilt unserem Tourenführer Hartmut, der die Tour mal wieder exzellent geplant und organisiert hat. Wir freuen uns alle schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Bericht: Thomas Wolfmiller
Bilder: Teilnehmer

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