Sonntagmorgen, sieben Uhr. Wie so oft an Wintertagen starten wir in Laupheim am Parkbad im Nebel. Die Vorfreude ist trotzdem – oder gerade deshalb – groß, denn die Wetterprognose verspricht Sonne in den Bergen. Die Tour ist ein Nachholtermin – die ursprünglich für den zehnten Januar geplante Ausfahrt musste wetterbedingt abgesagt werden. So kommt dieses Mal eine etwas kleinere, aber sehr feine Gruppe zusammen.
Auf der Fahrt sammeln wir in Illertissen unsere vierte Teilnehmerin Almuth ein. Damit ist unsere Gruppe vollständig und wir steuern gemeinsam unser Ziel an: den Parkplatz Grasgehren, Ausgangspunkt unserer Skitour auf das Riedberger Horn.
Am Parkplatz bestätigt sich unsere Erwartung: Die Schneelage ist eher dünn, aber die Sonne lacht. Perfekte Bedingungen, um eine Ausbildungs-Skitour zu machen. Unsere Vorkenntnisse sind unterschiedlich, und so nimmt sich beim Aufstieg unser Guide Michael viel Zeit, um auf alle wichtigen Punkte einzugehen. Schritt für Schritt erklärt er die Gehtechnik in der Spur und besonders in Kurven: Bogentreten, Bogengehen und natürlich die Spitzkehre. Er erläutert Details zur Skiausrüstung und zum LVS-Equipment und gibt praktische Tipps, wie wir Material sinnvoll einstellen und bedienen. So wird der Anstieg nicht nur sportlich, sondern auch sehr lehrreich.
Oben am Gipfel des Riedberger Horns legen wir unsere wohlverdiente Vesperpause ein. Bei strahlender Sonne, guter Sicht und entspannter Stimmung genießen wir den Moment und den Blick über das Panorama der Allgäuer Berge.
Die erste Abfahrt führt uns über den Nordhang. Obwohl der Hang bereits recht verspurt ist, finden wir noch genügend Schnee. Unten angekommen, nutzen wir die Gelegenheit für eine intensive LVS-Übungseinheit. Michael führt uns Schritt für Schritt durch die gesamte Rettungskette: von der Grob- über die Feinsuche, das Sondieren bis hin zum Ausgraben. Besonders beeindruckend ist der Einsatz der Pieps iProbe, die das Sondieren deutlich unterstützt und anschaulich macht, wie moderne Technik in der Lawinenrettung helfen kann.
Anschließend steigen wir noch einmal auf und traversieren über den Bolgengrat. Nach kurzer Rast fahren wir schließlich über die Piste ab. Derzeit die beste Wahl bei einem Südhang. Mit etwa 530Hm ist es eine eher kleine, aber feine Tour – genau richtig, um Technik zu üben und Sicherheit zu gewinnen.
Zum Abschluss kehren wir in der Schreinerstube in Obermaiselstein ein. Bei verdientem Kaffee und Kuchen lassen wir den Tag Revue passieren. Einigkeit in der Runde: Vielen Dank an unseren Guide Michael – es war eine super Tour, von der wir alle profitiert haben und bei der jeder auf seine Kosten gekommen ist.
Bericht: Heiko Diem
Bilder: Teilnehmer