Am Mittwoch, 13. Mai 2026, trafen sich die sechs Teilnehmer um 12:30 Uhr an der Straßenbahn-Endhaltestelle auf dem Kuhberg zum Start unserer Wanderung auf dem Oberschwäbischen Jakobsweg von Ulm an den Bodensee.
Über das Hochsträß und Einsingen führte uns die erste Etappe zunächst nach Erbach, wo wir eine wohlverdiente Rast einlegten. Gut gestärkt machten wir uns anschließend auf die letzten Kilometer bis zu unserer ersten Unterkunft, dem Cursillo-Haus St. Jacobus in Oberdischingen.
Nach rund 16 Kilometern wurden wir dort von Hausleiter David Langner sogar mit Gitarrenmusik empfangen – ein ebenso herzlicher wie gelungener Auftakt unserer Tour. Bei einem gemeinsamen Abendessen und vielen interessanten Gesprächen, auch mit den anderen Gästen des Hauses klang der erste Wandertag in angenehmer Atmosphäre aus.
Der Donnerstag begann nach einem ausgiebigen Frühstück bereits früh: Um 7:45 Uhr brachen wir zur längsten Etappe der Tour auf. Von Oberdischingen ging es über insgesamt 34 Kilometer bis nach Biberach. Nach einer Mittagspause in Schemmerberg machten sich die Anstrengungen der vielen Kilometer zunehmend bemerkbar, sodass wir in Mettenberg auf eine Kaffeepause hofften. Leider mussten wir feststellen, dass es dort inzwischen weder eine Gaststätte noch ein Café gibt. So blieb uns nichts anderes übrig, als die letzten Kilometer ohne zusätzliche Stärkung bis nach Biberach durchzuhalten. Dort wartete auf dem Marktplatz immerhin eine mehr als verdiente Belohnung in Form großer Eisbecher und Waffeln. Die Nacht verbrachten wir in einer großzügigen Ferienwohnung in der Biberacher Innenstadt.
Am Freitag führte uns der Weg zunächst durch „des Herrgotts schönsten Landkreis“ – wie es der frühere Landrat Wilfried Steuer einmal formulierte – und anschließend über die Kreisgrenze in den Landkreis Ravensburg nach Bad Waldsee. Nach rund 30 Kilometern und einem erfrischenden Eis am See folgte allerdings die unangenehme Überraschung der gesamten Tour: Unser bereits im Oktober 2025 gebuchtes Hotel hatte zwischenzeitlich dauerhaft geschlossen – ohne dass wir darüber informiert worden waren.
Da am folgenden Tag das „Bad Waldseer Lauffieber“ stattfand, waren sämtliche Hotels in der Umgebung ausgebucht. Nach längerer Suche und einigen organisatorischen Herausforderungen fanden wir schließlich doch noch eine Unterkunft in Aulendorf. Da hierfür zusätzliche Fahrten mit dem Bus notwendig waren, verschob sich unser Start am Samstag etwas nach hinten. Glücklicherweise stand an diesem Tag mit rund 20 Kilometern die kürzeste Etappe auf dem Programm, sodass dies gut zu verkraften war. Den einzigen größeren Regenschauer der gesamten Tour konnten wir so ganz entspannt während unserer Mittagspause aussitzen.
Dieser etwas ruhigere Tag kam allen sehr gelegen, denn am Sonntag wartete noch einmal eine echte Herausforderung: die Schlussetappe von Weingarten nach Friedrichshafen mit etwas über 30 Kilometern. Auch wenn die Strecke auf den ersten Blick weniger anspruchsvoll wirkte, summierten sich unterwegs doch einige Höhenmeter. Umso größer war die Freude, als wir gegen 15:30 Uhr nach insgesamt 130,6 Kilometern endlich den Bodensee erreichten.
Nach einem letzten gemeinsamen Eis traten wir – stilecht mit Schienenersatzverkehr und Regionalexpress – die Heimreise Richtung Laupheim und Ulm an.
Hinter uns lagen viereinhalb intensive, anstrengende, aber vor allem erlebnisreiche Wandertage mit vielen schönen Begegnungen, kleinen Herausforderungen und zahlreichen Erinnerungen, die sicher noch lange nachwirken werden.
Bericht + Bilder: Dieter Münz