Bei idealem Herbstwetter genossen 16 Laupheimer DAV-Senioren eine Wanderwoche südlich von Kufstein. Vom Hotel Kaiserblick über Breitenbach am Inn wurden die täglichen Ziele im Alpbachtal und in der Wildschönau angefahren. Ideal waren dabei die Leistungen der Alpbach-Card, welche die Benutzung aller Seilbahnen beinhaltete und dadurch Wanderungen in den sonnigen Höhen ohne riesige Aufstiege aus dem Tal möglich machte.
Samstag, 19.09.26
Bei strahlendem Sonnenschein machten sich die 16 Teilnehmer auf den Weg in Richtung Süden. Ohne größeren Stau ging es vorbei an München und Kufstein nach Rattenberg, der kleinsten Stadt Österreichs (446 Einwohner). Hier wurde für eine erste kleine Wanderung Halt gemacht.
Vom Parkplatz am Rande der malerischen Altstadt führte der Spaziergang zunächst steil hinauf zur Stadtbergkapelle mit dem Gnadenbild der Muttergottes. Von dort ging es weiter auf den Oberen Schlossberg mit den mächtigen Mauern der Burgruine, von denen sich ein schöner Blick ins Inntal bot. Danach folgte der Weg zur Open-Air Bühne des Schlossbergtheaters und nach einem erneuten Blick aus der Vogelperspektive auf Stadt, Inntal und zum Kaisergebirge gönnte man sich einen Bummel durch die Altstadt mit Einkehr. Danach wurden die letzten Kilometer zum Hotel „Kaiserblick“ bei Breitenbach zurückgelegt und dort die Zimmer bezogen.
Sonntag, 20.09.26
Ausgangspunkt der ersten Wanderung war Niederau im Alpbachtal. Hier ersparte die Wiedersbergerhornbahn die ersten 1000 Hm und so konnte die Wanderung schon bei 1850 m starten. Ein Teil der Gruppe stieg auf steilem Pfad zunächst zum Gipfel des Horns und genoss von dort einen phantastischen 360-Grad-Blick, der Rest benutzte den Panoramaweg um den Gipfel. An der Hornalpe trafen sich die Gruppen wieder.
Gemeinsames Ziel war jetzt der Gratweg zum Standkopf (2241 m). Immer auf dem felsigen Rücken führte der abwechslungsreiche Weg in ständigem Auf und Ab zwischen Felsblöcken und durch herbstlich verfärbte Sträucher, immer mit toller Sicht ins Alpbachtal, ins Inntal und auf Rofangebirge und zum Karwendel. Allerdings wurde die Zeit für die letzte Seilbahn knapp, so dass die Gruppe vor Erreichen des Gipfels undrehte und vorbei am „Top of Alpbach“ und der Hornalpe auf dem Panoramaweg zurück zur Seilbahnstation wanderte.
Montag, 21.09.26
Nach einem Tag in der Höhe führte die heutige Wanderung in die erste Klamm: die Kaiserklamm. Vom Parkplatz beim Kaiserhaus war der Beginn des Klammweges schnell erreicht. Auf dem alten Trift-Weg ging es auf schmalem Pfad über Stege und durch Tunnel hoch über der tief eingeschnittenen Klamm am tosenden Bach entlang. Kaum vorstellbar, dass hier einst die Flößer ihrer lebensgefährlichen Arbeit nachgingen.
Viel zu schnell war das Ende der Klammerreicht und der Weg führte hinauf zur Brandalm. Die freundlichen Bewohner erlaubten uns an der Alm die Benutzung ihrer Bänke für die Mittagspause. Danach wanderten wir auf breitem Forstweg wieder abwärts zur Bandenberger Ache und zurück zur Einkehr im Kaiserhaus.
Bei der Rückfahrt galt ein Stopp dem Museumsfriedhof in Kramsach, wo neben kunstvollen Grabkreuzen eine Sammlung von alten Grabsprüchen oftmals zum herzlichen Lachen anregte.
Dienstag, 22.09.26
Heute führte die Fahrt zur Markbachjochbahn in die Wildschönau für die Wanderung über den Roßkopf. Nachdem wir eine Weile den vielen Gleitschirmfliegern bei der Bergstation zugesehen hatten, folgten wir dem breiten Weg vorbei an der Holzalm zur Kapelle am Hornerstiegl. Hier begann der heftig steile Pfad am Grat entlang hinauf zum Gipfel des Roßkopfes. Zur Belohnung konnten wir von dort eine grandiose Aussicht zum Wilden Kaiser und zu den Brandenberger Alpen mit dem Guffert als Blickfang genießen.
Der wilde, steile Abstieg leitete auf ruppigem Wurzelpfad hinunter zur Roßkopfhütte und von dort vorbei an der Norderbergalm wieder hinauf zum Markbachjoch.
Mittwoch, 23.09.26
Da die Bahn zum Reitherkogel überraschend Ruhetag hatte, wurde kurzfristig umgeplant und zur Tiefenbachklamm bei Kramsach gefahren. Dder gut ausgebaute Klammweg brachte uns auf versicherten Pfaden und über imposante Brücken durch die enge Schlucht zur Jausenstation Tiefenbach.
Nach der Einkehr ging es auf gleichem Weg zurück und zum Parkplatz der ehem. Sonnwendjochbahn. Von dort waren es nur wenige Minuten zum Kloster Mariathal mit beeindruckender Klosterkirche und schön angelegtem Friedhof. Ein kurzes Stück danach liegt der Skulpturenpark Kramsach, in dem der Künstler Alois Schild seine Werke ausstellt. Die riesigen Skulpturen aus Stahl und Schrott sorgten zwar für manche ungläubigen Blicke, aber einen Besuch war es allemal wert.
Donnerstag, 24.09.26
Heute war die Reitherkogelbahn in Betrieb und so konnte die die Wanderung zur Wildsauhütte in Angriff genommen werden.
Nach kurzem Aufstieg zu „Juppis Zauberwald“ ging es hinab zum Kerschbaumer Sattel und von dort auf einem Forstweg stetig aufwärts. Eine Umleitung wegen Forstarbeiten brachte etwas Abwechslung, dann war die freundliche und bestens bewirtschaftete Hütte erreicht.
Nach kurzer Einkehr wurde die Wanderung auf dem „Almerlebnisweg“ in Richtung Hochlindalm fortgesetzt, von wo es nach kurzer Mittagspause zur Mittelstation der Wiedersbergerhornbahn weiterging.
Der Bus brachte uns zurück nach Reith, von wo die Fahrt bei einsetzendem Regen zur Einkehr im Museum „Tiroler Bergbauernhöfe“ führte.
Freitag, 25.09.26
Der letzte Tag der Wanderwoche brachte ihren absoluten Höhepunkt_ die Besteigung der Joelspitze..
Schon bei der Fahrt mit der Schatzbergbahn bot sich ein einmaliges Bild: die Berge im strahlenden Sonnenschein und die Täler im dichten Nebel.
Nach 30 min steilem Aufstieg standen begeisterte Wanderer am Gipfelkreuz des Schatzberges und konnten sich kaum satt sehen: rund herum unzählige Berggipfel, im Tal eine Wolkendecke und dazu eine herbstlich gefärbte Bergflora.
Vom Gipfel führte der Weg zunächst hinab an den Speichersee und von dorthinauf in ein Hochmoor. Es folgte ein extrem steiler Schotterpfad hinauf zur Madonna auf dem Gipfel der Joelspitze, dann konnte man ein 360-Grad-Panorama bewundern. Im Süden erstrahlten die Gipfel der Zillertaler Alpen, im Osten leuchteten Kitzsteinhorn und Wiesbachhorn und im Nordwesten zeigten sich Rofangebirge und Karwendel.:
Viel zu schnell musste man an den Abstieg denken, der wieder zurück zum Speichersee und dann vorbei an der Gernalm zur Seilbahn führte.
Samstag, 26.09.26
Heute musste leider die Heimfahrt angetreten werden.
Kurz nach Breitenbach wurde im Kloster Mariastein ein kurzer Stopp eingelegt um die einmalige Klosteranlage zu besichtigen. Sie thront wie ein Burgturm auf einem steilen Felsen. Die Kirche wurde um das Jahr 1360 erbaut und im 18. Jahrhundert nach einem Marienwunder zur Wallfahrtskirche erhoben. Sie ist seit dem Spätmittelalter eine beliebte Pilgerstätte. Das Ziel vieler Pilger und Besucher ist die Gnadenkapelle im 42 Meter hohen Turm. Die Kapelle ist über eine Wendeltreppe mit genau 142 Stufen erreichbar. Darunter liegen noch zwei weitere Kapellen sowie ein Museum mit den „Tiroler Landesinsignien“ mit dem Erzherzoghut und dem Zepter.
Bericht + Bilder: Konne