Sellrainer Hüttenrunde

Tag 1: Aufstieg zur Potsdamer Hütte

Um 12:00 Uhr starteten wir vom Parkplatz an der Eisbrücke bei Sellrain. In größter Mittagshitze ohne Schatten ging es auf steilem Fahrweg stetig bergauf. Nach ca. 6 km kam ein Bach, wo wir unsere erste größere Pause einlegten. Hier war auch der Beginn des Sommerwegs, ein schöner Steig, weg vom Fahrweg. Nach 1000 hm und 10 km kam endlich die Potsdamer Hütte in Sicht. Das erste Radler war ein Genuß nach diesem heißen Tourstart. Das Hüttenpersonal war sehr freundlich, und auch das Essen hat sehr gut geschmeckt. Bei Nacht kam das angesagte Gewitter mit Sturm und Hagel, der bis in das Zimmer reingeschlagen hat.
Tagesleistung: 11,5 km, 1000 hm Aufstieg, 130 hm Abstieg

Tag 2:  Potsdamer Hütte zum Alpengasthof Praxmar

Um 8:00 Uhr Start von der Potsdamer Hütte mit Ziel Roter Kogel, 2832 m. Wieder schien die Sonne schon morgens heiß vom wolkenlosen Himmel. Stetig ging es auf Wiesenpfaden relativ steil bergauf. Weil wir genügend Zeit hatten, nahmen wir noch einen weiteren Gipfel, den Samen, mit. Vom Samen, auf dem sich den Spuren nach wohl auch die Schafe sehr wohl fühlen, führt ein nur schwach markierter Steig zum Roten Kogel. Auf knapp 3000 m herrschte angenehmes T-Shirt-Wetter. Hier wurde bei traumhafter Sicht auf die Gipfel des Stubaitales, des Ötztales und des Sellaraintales ausgiebig Mittagspause gemacht. Dann ging es 1250 hm ziemlich langweilig einen steilen Grashang abwärts zum Alpengasthof Praxmar. Das erste kühle Bier auf der Terrasse war eine Wohltat. 
Der Alpengasthof Praxmar ist keine Hütte, sondern ein schönes Hotel mit Sauna. Gerne genossen wir das schöne Ambiente, und die Sauna tat unseren müden Beinen gut. Die Wolken wurden dichter und dunkler, vom Personal wurde schon alles sturmdicht in Sicherheit gebracht, dann ein Blitz und ein krachender Donner, und das Gewitter war vorüber.
Tagesleistung: 12,5 km, 940 hm Aufstieg und 1250 hm im Abstieg

Tag 3: Alpengasthof Praxmar zum Westfalenhaus

Nach einem super Frühstücksbuffet im Alpengasthof Praxmar waren wir um 8.00 Uhr abmarschbereit für die hochalpine Etappe zum Westfalenhaus. Die Wolken hatten sich verzogen, und wieder schien die Sonne gnadenlos vom wolkenlosen Himmel. Stetig und steil ging es 900 hm aufwärts bis auf 2500 m. Dann ging der Weg über in einen herrlichen Höhenweg in steilem Grashang. Als Höhepunkt des Tages war noch in leichter Kletterei (T4) das Äußere Schwarzjöchl (2652 m) zu bewältigen. Danach ging es steil abwärts zum Westfalenhaus. Nachmittags wurden die Wolken wieder dichter und dunkler, deshalb waren wir froh, dass wir wie immer bis ca. 15:00 Uhr auf den Hütten ankamen. Ab 15:00 Uhr waren jeden Tag Gewitter vorhergesagt. Auch hier regnete es dann abends wieder.
Tagesleistung: 9,5 km, 1040 hm im Auf- und 480 hm im Abstieg

Tag 4: Westfalenhaus zur Winnebachseehütte

Die Wetterprognose für den heutigen Tag war nicht so gut, deswegen wählten wir die kürzere hochalpine Etappe über das Winnebachjoch. Anfangs knallte uns wieder die Sonne auf die Köpfe. Steil ging der Weg über Geröll und Blockgelände hoch zum Joch. Unter unserem Weg liegt ein Kastengletscher, der Rest eines Gletschers, der bedeckt durch viel Gestein und deshalb von der Sonneneinstrahlung geschützt einen Eiskern bewahrt hat. Die Wolken wurden dichter, deshalb beeilten wir uns, um die Winnenbachseehütte zu erreichen.
Heute waren wir noch nicht ausgelastet und hätten gerne noch den Hausberg, den Gänsekragen, 2914 m, in Angriff genommen. Aufgrund des Wetters reichte es dann nur noch auf den Ernst-Riml-Spitz. Oben war es dann schon so neblig, dass nichts mehr zu sehen war. Kaum wieder auf der Hütte angekommen, fing es auch schon stark zu regnen an. Somit kam der restliche Tag unserer Regeneration zugute.
Tagesleistung: 8,5 km, ca. 600 hm im Auf- und 510 hm im Abstieg

Tag 5: Winnebachseehütte zur Schweinfurter Hütte

Trotz Starkregen bei Nacht starteten wir um 8.00 Uhr bei wieder wolkenlosem Himmel Richtung Schweinfurter Hütte. Sehr steil ging es auf das Zwieselbachjoch hoch, ein hochalpines Moränengelände. Hier waren die kümmerlichen Reste vom Zwieselbachferner, Grieskogelferner, Grasstallferner und Larstigferner zu sehen. Nach kurzem Aufenthalt auf dem Joch ging es steil ins Zwieselbachtal hinunter und dann im wunderschönen Tal immer dem Zwieselbach entlang zur Schweinfurter Hütte. Landschaftlich war das heute die schönste Etappe.
Wieder regnete es abends und draußen war es sehr ungemütlich, da war es in der schön eingerichteten Hütte umso gemütlicher.
Tagesleistung: 11,8 km, 560 hm im Auf- und 890 hm im Abstieg

Tag 6: Schweinfurter Hütte zur Dortmunder Hütte.

Um 8:00 Uhr waren wir bei frischen Temperaturen und blauem Himmel, die Sonne versteckte sich noch hinter hohen Gipfeln, wieder unterwegs. Gleich ging es wieder sehr steil auf dem Gubener Weg 500 hm Richtung Finstertaler Scharte. Am ersten schönen Platz in der nun hervorgekommenen Sonne machten wir unsere erste Trinkpause.
Weil alle nun schon gut trainiert waren, beschlossen wir, noch einen Abstecher auf den Kraspesspitz, 2954 m, zu machen. Auf nicht einfachem Weg über Grobschotter, Blockgelände und zum Schluss sehr steil mit feinem Sand und Gries und Handeinsatz erreichten wir den Gipfel. Alle waren sehr stolz, manchem grauste auch schon vor dem Abstieg. Wieder genossen wir das herrliche Bergpanorama rundum. Als Zugabe kreisten noch vier imposante Bartgeier über uns. Ob das wohl ein Zeichen ist? Dann ging es an den Abstieg, der mit der nötigen Sorgfalt von allen gut bewältigt wurde.
Am Joch angekommen, war noch ein kleiner Gipfel, der Schartenkopf, in greifbarer Nähe. Der Tourenführer mit zwei weiteren Teilnehmern, beschlossen, diesen Gipfel auch noch mitzunehmen. In schöner Plattenkletterei ging es zackig auf den Gipfel, währen die restliche Gruppe sich an einem schönen Gletschersee das Rucksackvesper schmecken ließ.
Unerwartet steil ging es dann abwärts, immer den schönen, grünfarbigen Finstertaler Speichersee vor Augen. Der Weg bis zur Dortmunder Hütte zog sich dann doch unerwartet lange dahin. Anfangs äußerlich enttäuscht von der Hütte, es gleicht eher einem Hotel, direkt an der Hauptstraße gelegen, aber dann durchaus versöhnt durch die schöne Sonnenterasse und die schönen Zimmer waren wir am Ende dieser wunderschöner Wanderwoche in hochalpinem Gelände angekommen. Das Wetterglück war uns die ganze Woche hold, wir mussten kein einziges Mal unsere Regensachen auspacken.
Heute waren es wieder 15 km Wegstrecke, 1080 hm im Auf- und 1190 hm im Abstieg

Tag 7. Dortmunder Hütte zurück zum Parkplatz.
Das wären 25 km Wegstrecke mit 1000 hm im Auf- und 1850 hm im Abstieg gewesen. Wir waren uns alle einig, die zwei Fahrer mit dem Wanderbus zum Parkplatz fahren zu lassen um die Autos zu holen. Somit konnte rechtzeitig vor dem Rückreiseverkehr die Heimfahrt angetreten werden.

Bericht + Bilder: Peter Kögel

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