Oft aus der Ferne gesehen, aber selten erwandert, zumindest nicht alle in einem Zug: die drei Kaiserberge nördlich der Schwäbischen Alb. Alle drei sind Zeugenberge, gehörten also in grauer Vorzeit zur Alb. Heute stehen sie stolz in einiger Entfernung vom Albtrauf.
Eine Gruppe von 12 Wanderinnen fuhr mit dem Zug von Laupheim nach Eislingen und begann dort den Aufstieg zum Hohenstaufen. Zuerst ging es durch die Innenstadt, dann durch Wohngebiete und danach durch einen Wald zum Dorf Hohenstaufen. Die Burg – immerhin die Stammburg der Staufer, die im Hochmittelalter einige Kaiser stellten, darunter Friedrich Barbarossa und Friedrich II. – existiert leider nicht mehr, sie wurde ein Opfer der Bauernkriege, und es ist nur noch eine Ruine übrig. Etwas unterhalb steht die Barbarossakirche, dann geht es hinauf zu einer schönen Aussichtsplattform, die sich für eine Pause eignet und einen Blick ins Filstal und auf den Albtrauf bietet. Am höchsten Punkt erinnert eine Säule an das Geschlecht der Staufer mit ihren Kaisern.
Durch blühende Wiesen mit Margeriten, Wiesensalbei, Rotklee und Hahnenfuß ging es vom Hohenstaufen über den Aasrücken zum Rechberg. Die Wanderung war ein beständiges Auf und Ab, doch man hatte fast immer zwei der drei Kaiserberge vor Augen. Auf dem höchsten der beiden Kuppen des Rechberg findet man die Wallfahrtskirche St. Maria, erreichbar entlang eines relativ steilen Kreuzweges, der sich für die Wanderinnen als ziemlich schweißtreibend erwies. Auf der anderen Kuppe liegt die Ruine Hohenrechberg, die zwar die Bauernkriege überstand, aber nach einem Gewitter im 19. Jahrhundert niederbrannte. Doch für eine Mittagspause eignete sich die Burgschänke bestens.
Gut gestärkt machten wir uns danach auf, den letzten der Kaiserberge zu erklimmen. Der Stuifen ist zwar der höchste der drei Berge, wurde aber nie von einer Burg oder einem anderen Bauwerk gekrönt. Früher wurde er als Schaf- und Ziegenweide genutzt, seit ca. 150 Jahren ist er komplett bewaldet. Erst 2011 wurde ein großes Kreuz darauf errichtet. Von dort konnte man schon das Dorf Wißgoldingen sehen, wo als Endstation der Tour die Bushaltestelle wartete.
Beim Abstieg konnte man nochmals einen Blick zurück auf Hohenstaufen und Rechberg werfen. Unglaublich, wie weit man an einem Tag wandern kann. Wir waren überpünktlich am Ende unserer Wanderung und mussten über eine halbe Stunde auf den Bus warten. Doch eine Musikkapelle, die einem frisch vermählten Paar aufspielte, ließ die Zeit wie im Flug vergehen.
Der Bus brachte uns sehr flott zum Bahnhof von Süßen. Doch spätestens in Geislingen ereilte uns das Schicksal aller Bahnreisenden: Der Zug nach Laupheim hatte 40 min Verspätung. Aber immerhin brachte er uns gesund nach Hause.
Bericht: Rita
Fotos: Teilnehmer