Traumhafte Skitouren-Tage im Ötztal
Nach einer ereignislosen Anreise nach Obergurgl machte sich eine achtköpfige Skitourengruppe unter Führung von Michael und assistiert durch Christoph den Tourenführer-Neuling auf den Weg zur Langtalereckhütte, die für die nächsten zwei Tage der Ausgangspunkt für spektakuläre Skitouren sein sollte.
Nach einem leckeren Frühstück starten wir von der Langtalereckhütte zunächst westwärts, leicht abwärts zum Gletscherbach, dort überqueren wir eine Holzbrücke, um anschließend südwärts durch eine tief eingeschnittene, beeindruckende Schlucht zum Gletscherbeginn des Gurgler Ferners aufzusteigen, der bei einem markanten Gletschertor erreicht wird. Nach einer kurzen Steilstufe betreten wir die Gletscherzunge. Der weitere Anstieg erfolgt leicht ansteigend auf der linken Seite des weiten Gletscherbeckens. Anschließend wenden wir uns südwärts und folgen dem breiten Tal unterhalb des Hochwildehauses über eine kurze Steilstufe hinweg und anschließend gleichmäßig ansteigend links des Mitterkamms vorbei in die Einsattelung zwischen Mitterkamm und Annakogel. Westlich unterhalb des Gipfelaufbaus des Annakogels erreichen wir einen breiten Sattel, der den Übergang auf den Langtaler Ferner bildet. Von dort führt der Anstieg noch wenige Meter südwärts, kurz sehr steil, zum felsigen Gipfelaufbau der Hohen Wilde. Hier wird das Skidepot eingerichtet. Der Gipfelanstieg erfolgt zu Fuß durch eine links verlaufende, drahtseilversicherte Steilrinne, über einen Felskopf hinweg, anschließend kurz querend in die östliche Steilflanke und zum Schluss über einen schmalen Firnrücken auf den Gipfel der Hohen Wilde auf 3458 m.
Für die Abfahrt entscheiden wir uns für die landschaftlich sehr lohnende Überschreitung. Vom Sattel fahren wir nordostwärts durch eine sehr steile, breite Rinne auf den Langtaler Ferner ab. Hier treffen wir auf unverspurte Tiefschneehänge. Unter den Felsen des Annakogels umgehen wir die Gletscherbrüche westlich, anschließend erfolgt die Abfahrt über weites, offenes Skigelände hinab ins breite Langtal und flach talauswärts, bis zu einer kleinen Eisenbrücke. Von dort gelangen wir mit kurzem Gegenanstieg zurück zur Hütte. Nach der Rückkehr an der Hütte lassen wir den ereignisreichen Tag mit überwältigenden Eindrücken bei tollen Gesprächen und einem leckeren Abendessen ausklingen.
Die Planung für den Abreisetag sahen entweder den des Eiskögele oder den vorderen Seelenkogel vor. Aufgrund der bereits sich herannahenden Wetterverschlechterung entscheiden wir uns für den Aufstieg zum 3228m hohen Eiskögele.
Unmittelbar an der Hütte schwenken wir über einen breiten, gestuften Rücken nach links ab und nach etwa 300 Hm öffnet sich vor uns das Innere Hochebenkar. Durch dieses bewegen wir uns größtenteils recht flach noch einmal 400 Hm hinauf bis unter die Scharte links von unserem Gipfel. Hier hatten wir ausreichend Möglichkeiten Spitzkehren im Steilgelände zu üben. In der Scharte (3133m) angekommen lassen wir die Ski stehen und gehen die letzten 100 Hm zuerst auf einem breiten Rücken, zuletzt auf einem nicht allzu schmalen Grat auf den Gipfel des Eiskögele.
Vom Gipfel gelangen wir zu Fuß zurück zum Skidepot. Von dort fahren wir entlang der Aufstiegsroute bei wechselhaften Schneebedingungen zur Langtalereckhütte ab. Dort angelangt gönnen wir uns noch eine kleine Stärkung und machen uns anschließend auf die Abfahrt zur Talstation in Obergurgl, wo sich auch schon der Wetterumschwung mit Schneefall ankündigt.
Wieder geht ein eindrückliches Skitourenerlebnis zu Ende. Auf diesem Weg nochmal vielen Dank an Michael und Christoph für die umsichtige Tourenplanung.
Bericht: Jürgen Baur
Bilder: Teilnehmer