Skitouren in St. Antönien


Freitag, 27.02.

Morgens 6:00 Uhr: 1.Treffpunkt am Kuhberg;   2.Treffpunkt P&R Illertissen.
Das ganze Skigeraffel, Rucksäcke, Täschle mit privaten Utensilien, zwei Tourenführer, sechs Teilnehmer, alles rein in den Wagen von Conficars und los ging die Reise.
Während die Einen sich angeregt unterhalten und die Anderen noch ein bissle schlummern, chauffieren uns Michael und Theo über Hörbranz, Lichtenstein ins schöne Prättigau direkt zu unserem Ausgangspunkt in St. Antönien.
Unser heutiges Tourenziel: das Chrüz. Der erste Teil des Aufstiegs führt uns am Rande der Skipiste westwärts mit Querung des Skilifts bis auf Aschüel. Weiter gemütlich über den Winterwanderweg bis kurz vor der Alpe Valpun. Nach erster Trinkpause bei herrlichem Sonnenschein weiter über einen Nordrücken bis zum Chlei Chrüz (kleines Kreuz) und schließlich kurz und steil auf das Chrüz.
Trotz des herrlichen Rundblickes am Gipfelkreuz über das ganze Prättigau mit dem eindrücklichen Rätikon Kamm verweilen wir nicht lange. Die Abfahrt verheißt nichts Gutes, die Schneedecke war, wie durchkämmt, von tiefen Wasserrillen mit einem unschönen Bruchharschdeckel. Michael und Theo lotsen uns durch die bestmöglichen Abfahrsvarianten. Konzentration und Kraft in den Oberschenkeli ist gefragt. Alle heile unten angekommen, fahren wir zu unserem Domizil dem Gasthof Bellawiese, und lassen den Nachmittag auf dem schönen Sonnenterrässli ausklingen. Danach beziehen wir je ein geräumiges Mädels- und Bubenzimmer, genießen die warme Dusche und treffen uns zum Abendessen im gemütlichen Gastraum. Es gibt leckere Älplermakroni, ein buntes Salätli und zum Dessert eine raffinierte Orangencreme – “das isch fein gsi!”

Samstag, 28.02.
Gestärkt von einem reichhaltigen Frühstück mit selbstgebackenem Brot, Sennereikäse und köstlichen Confitüren starten wir zu unserem heutigen Ziel dem Eggberg, 2202 m.
Unweit hinter dem Gasthof beginnt die Route. Nach kurzer Zeit überqueren wir einen riesigen Lawinenkegel, mit teils abgerissenen Ästen und Baumstämmen gespickt. Ein mulmiges Gefühl beschleicht mich und eine Ahnung was für eine Kraft und Zerstörung bei einem solchen Abgang freigesetzt wird. Weiter vorbei am Dörfij, der ersten Walsersiedlung St. Antöniens, wo heute noch drei Gebäude stehen. Jetzt öffnet sich das Tal. Ab Säss geht’s in südlicher Richtung, in einem weiten Bogen der Route folgend, über den Grat auf den verwächteten Gipfel. Was für ein genussvoller Aufstieg! Rundum ein herrliches Bergpanorama mit Gipfeln der Rätikon- und Silvrettagruppen. Wir steigen erst nordseitig in die Abfahrt ein, in der Hoffnung auf eine aufgefirnte Schneedecke, was sich allerdings nicht bestätigt. Die Entscheidung ist schnell getroffen: auffellen, zurück und im Bereich der südseitigen Aufstiegspur abfahren. Genau richtig: Die Abfahrt ist ein sulziger Genuss und zwar fast bis unten. Zurück beim Gasthof; erstmal hinsetzen die Sonne genießen und sich freuen über die gelungene Tour. Wir sind noch richtig früh dran und nach einigen Vorschlägen und Abwägungen einigen wir uns auf eine kombinierte Variante: nochmaliger Aufstieg auf die gegenüberliegenden Talseite, Einkehr, LVS Übung. Grad gemütlich ist es in der kleinen Elchhütte bei Kaffee und Nussgipfeli.
In zwei Gruppen aufgeteilt starten wir die LVS Übung. Die Prozesse werden erst in Theorie Schritt für Schritt durchgesprochen, danach der praktische Teil mit Suche, Sondierung, Ausgrabung.
So ging ein ausgefüllter Tag zu Ende und die 1000 Hm haben wir somit dann auch geschafft. Abends werden wir verwöhnt mit Rüblisuppe, Geschnetzeltem an Sauce, Knöpfli, und Baileyseis. Es wird viel gelacht und erzählt, bis wir zufrieden und glücklich unter die rot/weiß karierten Duvets schlüpfen.

Sonntag, 01.03.
In der Frühe Blick aus dem Fenster, oh nein, dicker Nebel …. wir sind doch nicht in Ulm!?
Erstmal in Ruhe frühstücken und heute haben wir ja ein Geburtstagskind. Mit ein paar Kleinigkeiten und einer schönen Happy Birthday Tischdecke von unseren lieben Gastgebern ist uns die Überraschung für Birgit gelungen. Wetter-Apps werden mehrmals gechecktm aber eigentlich haben Michael und Theo gleich richtig entschieden: wir brechen ab. Zu gefährlich bei so wenig Sicht, Unkenntnis des Geländes und schwierigen Schneeverhältnissen. Also packen wir unsere sieben Sachen in den Bus und treten die Heimreise an.

„Super isch’s gsi! Merci vielmal“ an Michael und Theo für die tolle Tourenwahl bei den schwierigen Verhältnissen und an die Teilnehmer für den Humor und das entspannte und herzliche Miteinander!

Bericht:  Susanna Milde
Bilder: Teilnehmer

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