Panoramaweg Ailingen


Da die Wanderung wegen schlechten Wetters um eine Woche verschoben worden war, hatte sich die Teilnehmerzahl auf 13 reduziert. Dafür strahlte aber bei sommerlichen Temperaturen die Sonne vom Himmel und nur Staub aus der Sahara trübte die Aussicht.
Beim Start am Wellenbad Ailingen erwartete die Wanderer die erste Überraschung: Der Weg durch das Tal der Rotach war ab Ittenhausen wegen Unterspülung des Wanderpfades gesperrt. So führte der Weg zunächst durch Obstplantagen in Richtung Oberailingen und dann mit einem Abstecher zum „Gehrenmännleloch“ zur Reinacher Mühle,

Nach der althergebrachten Sage handelt es sich beim Gehrenmännle um einen traumatisierten Bauern vom Fuße des Gehrenberges, der im Dreißigjährigen Krieg seinen Hof samt Familie in einem Gewaltakt der Soldaten verlor und sich bis zum Rest seines Lebens in einem Erdloch bei Ittenhausen verkroch. Der Volksmund berichtete, dass der fortan als Gehrenmännle bezeichnete Bauer sich in der Gemeinde Ailingen als Knecht, Viehhüter und Tagelöhner verdingte. Die Narrenzunft Ailingen hegt mit einer Maskengruppe rund um die Geschichte die Saga.

An der Reinacher Mühle waren alle Wege versperrt. Der in der Karte eingetragene Wanderweg war inzwischen aufgelassen, und der Pfad entlang der Rotach war offiziell wegen Sturmholz gesperrt – aber einen Versuch war es wert. Dabei zeigte sich, dass das einzige Hindernis die Absperrung an der Brücke über die Rotach war, das aber mit etwas Akrobatik problemlos überwunden wurde.
Nach dem Aufstieg am Steilufer der Rotach und der Umwanderung der Weilermühle erreichte die Gruppe durch Apfelanlagen den Ort Unterlottenweiler, wo eine Plantage von exotischen Blauglockenbäumen in voller Blüte stand. Vorbei an riesigen Folienhäusern mit schon reifen Erdbeeren wurde dann der Horach (501 m), der höchste Punkt Friedrichshafens, angesteuert. Hier war es höchste Zeit für die Mittagspause, wobei leider die berühmte Aussicht auf die Alpenkette inzwischen vom Sahara-Staub komplett verdeckt wurde.
Mit neuer Energie ging es durch weitläufige Obstgärten zur exponiert stehenden Haldenbergkapelle. Von hier bot sich ein imposanter Rundblick über Friedrichshafen zur Alpenkette (leider nur im Staub) und zu den bewaldeten Hügeln über dem Schussental – ein Ort, der ein längeres Verweilen notwendig machte.
Das letzte Stück der Wanderung war schnell bewältigt. Durch Ailingen wurde wieder der Ausgangspunkt erreicht, dann fuhr man zur Backstube Weber in Meckenbeuren, um sich nach dieser Genusswanderung mit Kaffee und Kuchen zu stärken.

Bericht + Bilder: Konne

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