Babylonischer Turm in den Tannheimern


Um 08:30Uhr starteten wir zu fünft mit Kletterführer Harry Schick am Parkplatz in Nesselwängle. Wider Erwarten hatte es zuvor genieselt. Es war alles feucht, aber dafür konnten wir bei angenehmer Temperatur den Anstieg über Gimpelhaus und Nesselwängler Scharte vorbei am Einstieg des Klettersteigs Köllespitze in Angriff nehmen.
Mit der Treffsicherheit eines langjährigen Kletteres führte uns Harry direkt zum Einstieg der Route. Eine 3er und eine 2er Seilschaft waren schnell gebildet und los gings.

  • Der Verlauf der 1. Seillänge gestaltete sich etwas schwierig – hatte diese doch wenig Ähnlichkeit mit der Abbildung auf dem Topo
  • Ab der 2. Seillänge war uns allen klar, dass wir uns in alpinem, schrofigem Gelände bewegten. Vorsicht war geboten! Steinschlag!
  • Die 3. Seillänge führte im festen Fels durch einen herrlichen Kamin.
  • Bei der 4. und 5. Seillänge waren kleine Querungen zu überwinden.
  • Die 6. und Letzte erforderte nochmal vollste Konzentration. Durch einen auf einer Seite völlig brüchigen Kamin führte diese uns auf den Gipfel. Glücklich trafen wir Alle dort ein.

Wir genossen einen herrlichen Ausblick nordwärts auf das Alpenvorland mit dem Forggensee, südwärts zu den Lechtaler Alpen mit dem Thaneller. Westlich grüßte das Gipfelkreuz der Köllespitze.

Nach kurzem Abchecken des sehr luftigen und bröseligen Grates zur Abseilstelle entschied sich Harry eine Seilsicherung einzurichten. Sehr dankbar nahmen wir Alle an.
Von nun an gings bergab.
Eine kürzere, zwei längere Abseilrouten und ein Geröllfeld führten uns zurück zum Ausgangspunkt. Nach gemütlichem Vesper machten wir uns auf den Rückweg vorbei an der (zur Zeit nicht geöffneten) Tannheimer Hütte und dem Gimpelhaus zum Parkplatz.
Inzwischen zeigte die Uhr 20:00 Uhr an. Ein langer und herrlicher Tag ging zu Ende.

Nochmals herzlichen Dank an Harry für die umsichtige und ruhige Tourenführung und an alle gutgelaunten Teilnehmer.

Text: Susanna Milde
Bilder: Teilnehmer

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