Wir starteten unser Skitourenwochenende am Freitag, 14.02. gegen 7:00 Uhr beim Treffpunkt am P+R in Vöhringen. Aufgrund des Schneefalls über Nacht hatten wir hier bereits 30 Minuten Verspätung, aber das hinderte uns nicht daran, uns über den Neuschnee zu freuen. Unsere Gruppe bestand aus unserem Fahrer Matthias (Danke an dieser Stelle), Jo, mir (Heiko) und unserem Guide Hartmut. In Nassereith trafen wir auf Kim und Johannes, womit die Truppe vollständig war. Nachdem sich das Verkehrschaos etwas gelegt hatte, kamen wir zügig voran und erreichten bald unser erstes Ziel, den Parkplatz Sattele kurz vor Ochsengarten/Kühtai.
Noch kurz anfellen, dann konnte es losgehen. Unsere „Eingehtour“ führte uns zum Faltgartenkögele auf 2182 Metern. Die Sonne focht einen ständigen Kampf mit den Wolken aus, konnte sich aber letztlich nicht durchsetzen. Nach einem moderaten Anstieg erreichten wir nach knapp 2 Stunden den Gipfel. Die Gipfelrast fiel aus, da uns der Wind um die Ohren pfiff. Die Abfahrt entschädigte den fehlenden Panoramablick, und wir genossen die ca. 10 cm frischen Neuschnee. Die Pause holten wir dann auf der Feldringalm bei einem Teller Suppe nach. Zurück am Parkplatz führten wir noch eine LVS-Suche durch. Hartmut verbuddelte ein LVS-Gerät, und wir übten Grob- und Feinsuche inklusive Sondieren. Matthias‘ Neuanschaffung, die iProbe von Pieps, erwies sich dabei als unschlagbar. Ein echte Empfehlung.
Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Dortmunder Hütte. Mit ihren kleinen, aber feinen Doppelzimmern fühlte sie sich eher wie ein Berghotel an. Auch wenn es heute nur 500 Höhenmeter waren, hatten wir uns das Schnitzel redlich verdient.
Am Samstag hätte ich den Wecker um 6:50 Uhr nicht gebraucht, da ich schon eine Stunde wach lag. War es zu wenig Bettschwere oder die Aufregung auf den heutigen Tag? Immerhin sollte es auf den 3016 Meter hohen Sulzkogel gehen, wie wir am Vorabend gemeinsam geplant hatten. Zur Planung hatten wir neben dem obligatorischen Lawinenlagebericht (Stufe 2) u.a. Skitourenguru.ch genutzt. Nach dem Frühstück waren wir um 8:15 Uhr abmarschbereit vor der Hütte. Für diesen Tag stieß Hannes noch zu uns, und wir machten uns zu siebt auf den Weg.
Über die Rodelbahn im Skigebiet ging es hoch zum Finstertaler Speichersee. Dort folgte eine ca. 2 km lange Traverse mit mehr Gefälle als Steigung. D.h. auf dem Rückweg würden wir nochmal anfellen müssen.
Mit dem Sulzkogel hatte ich übrigens noch „eine Rechnung offen“. Den hatten wir letztes Jahr schon in Angriff genommen, mussten aber wetterbedingt abbrechen. Das war heute kein Thema, denn es war kein Wölkchen am Himmel. Also Kaiserwetter! Nach dem Stausee kam ein erstes Steilstück, an dem wir uns in Spitzkehren üben konnten. Die werden wir heute noch zu Genüge brauchen. Wie immer gab es zwischendurch Auszieh-, Trink- und Riegelpausen. Die letzten 100 Höhenmeter bis zur Scharte hatten laut Hartmuts Winkelmesser 39° und forderten alles an Kondition und Technik. An der Scharte 100 Meter unterhalb des Gipfels war Skidepot angesagt, und erstmal Vesper. 6 km, 1000 Höhenmeter und 4 Stunden Aufstieg. Das ging sicher schneller, aber wir hatten ja Zeit. Und die dünne Luft bremste etwas…
Jetzt noch 100 Höhenmeter ohne Skier, und wir konnten einen atemberaubenden 360° Panoramablick genießen. Die Abfahrt war je nach Hang (Sonne/Schatten) mit unterschiedlichen Schneebedingungen bestückt. Wir hatten in jedem Fall Spaß. Im Graf Ferdinandhaus gab es noch einen gebührenden Abschluss mit Kaltgetränk und Kaffee bevor wir schließlich über die Piste dann die letzten Meter bis zur Dortmunder Hütte abfuhren.
Die Dusche fiel wie immer „3 Minuten kurz“ aus, dafür das dreigängige Abendessen umso länger. Der Nachbartisch unterhielt mit Gitarre und Stubenmusik. Wir ließen den Tag Revue passieren und waren uns einig: Hammertour! Matthias hatte 1270 Höhenmeter auf der Uhr. Nein, die 30 Meter waren nicht mehr drin… Um halb zehn fielen wir todmüde ins Bett.
Am Sonntag sagte die Wettervorhersage eine Bewölkungszunahme zum Nachmittag voraus, also waren wir wieder früh dran. Frühstück, auschecken und mit dem Auto etwas die Straße runter zum Speicher Langental. Nach der gestrigen Königstour waren heute wieder kleinere Brötchen zu backen. Der Schafzöllen mit 2399 Metern, also gut 500 Höhenmeter waren zu bewältigen. Johannes machte heute den kleinen LVS-Check. Wir starteten über die Staumauer und überquerten den Mitterbach. Dann zwischen Bäumen und Latschen hindurch. Im weiteren Aufstieg zeigte sich die Spur teilweise recht vereist, so dass unsere Harscheisen noch zum Einsatz kamen. Auf dem Gipfel hatte man außer auf den Speichersee auch einen schönen Blick auf unseren gestrigen Gipfel, den Sulzkogel und viele andere Gipfel. Die Abfahrt war heute recht anspruchsvoll, da der Hang schon viele Skier gesehen hatte.
Gegen 13:30 Uhr galt es Abschied zu nehmen und wir traten die Rückreise an.
Wir konnten wieder auf ein tolles Skitourenwochenende zurückblicken. Eine sehr harmonische Gruppe, in der jeder auf seine Kosten kam. Ein herzliches Dankeschön an unseren Tourenführer Hartmut für die Planung und stets sicheres Geleit durch teils anspruchsvolles Gelände.
Autor: Heiko Diem
Bilder: Teilnehmer